Ich habe eine Idee, weiß aber nicht, wie ich sie umsetzen soll
Die Idee ist der Anfang. Der Beitrag kommt danach.
Manchmal besteht das Problem überhaupt nicht darin, dass uns eine Idee fehlt. Im Gegenteil. Wir haben eine. Vielleicht haben wir sie sogar schon irgendwo notiert.
„Darüber möchte ich etwas sagen.“ Wunderbar. Und dann? 😄
Wir öffnen einen neuen Beitrag, schreiben zwei Sätze, löschen sie wieder, beginnen von vorn und zehn Minuten später wirkt die eigentlich gute Idee plötzlich furchtbar langweilig.
In solchen Momenten brauchen wir meistens kein neues Thema. Wir brauchen eine Richtung, aus der wir auf die Idee schauen können, die bereits da ist.
So finden Sie den natürlichen Weg von der Idee zum Inhalt
Was möchte ich eigentlich sagen?
Bevor Sie über den Einstieg, die Länge, das Bild oder eine abschließende Frage nachdenken, versuchen Sie zunächst, einen ganz einfachen Satz zu beenden:
Nehmen wir an, Sie möchten über das Arbeiten von zu Hause sprechen.
Das Thema selbst ist riesig. Aber was möchten Sie darüber eigentlich sagen? Dass sich viele Menschen das Arbeiten von zu Hause ganz anders vorstellen? Dass es Ihnen Freiheit gibt? Dass es manchmal schwierig ist, Arbeit und Privatleben voneinander zu trennen? Oder dass Sie heute ein wichtiges Gespräch in Hausschuhen geführt haben? 😄
Sobald Sie wissen, was Sie tatsächlich sagen möchten, stehen Sie nicht mehr vor dem riesigen Thema „Arbeiten von zu Hause“. Sie haben einen konkreten Gedanken.
Warum denke ich gerade jetzt an dieses Thema?
Diese Frage findet sehr oft den Anfang des Beitrags für uns.
Vielleicht haben Sie etwas gehört. Jemand hat Ihnen eine Frage gestellt. Sie haben eine andere Meinung gelesen. Bei Ihrer Arbeit ist etwas passiert. Sie haben ein altes Foto gesehen. Oder Ihnen ist heute etwas klar geworden, das Sie früher ganz anders betrachtet haben.
Das ist oft viel interessanter als der Versuch, krampfhaft eine „starke Hook“ zu erfinden.
Gibt es hinter dieser Idee eine Geschichte von mir?
Nicht jeder Beitrag muss eine persönliche Geschichte sein. Aber wenn es eine gibt, lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Das Thema könnte lauten: „Nicht jeder Mensch, mit dem wir über unser Business sprechen, wird unser Partner.“
Wir könnten nun einen ganzen Beitrag darüber schreiben, warum das völlig normal ist.
Wir könnten uns aber auch an einen konkreten Menschen erinnern, mit dem wir vor zwei Jahren über unser Business gesprochen haben. Damals ist nichts daraus entstanden. Wir sind trotzdem in Kontakt geblieben und heute ist unsere Beziehung eine ganz andere.
Gibt es etwas, das ich früher anders gesehen habe?
Das ist eine meiner liebsten Möglichkeiten, ein Thema weiterzuentwickeln. Denn so zeigen wir Entwicklung, statt andere zu belehren.
Vielleicht waren Sie überzeugt, dass Sie jeden Tag etwas posten müssen.
Heute sehen Sie das vielleicht ganz anders.
Vielleicht haben Sie früher geglaubt, dass ein Like unter einem Business-Beitrag ein wunderbarer Anlass ist, der Person sofort zu schreiben.
Nach genügend Gesprächen haben Sie festgestellt, dass das eine mit dem anderen nicht unbedingt etwas zu tun hat.
Und am Ende müssen wir nicht einmal erklären, welche Sichtweise die „richtige“ ist. Wir erzählen einfach von unserer eigenen Entwicklung.
Was würde jemand sagen, der anderer Meinung ist?
Diese Frage ist unglaublich hilfreich, besonders wenn es um einen Meinungsbeitrag geht.
Nicht, damit wir anfangen, mit uns selbst zu diskutieren. 😄 Sondern damit wir sehen, ob wir das Thema vielleicht nur von einer Seite betrachten.
Wenn wir darüber sprechen, dass ein persönliches Profil nicht wie ein Produktschaufenster aussehen sollte, könnte jemand völlig berechtigt sagen:
„Gut, aber wenn ich nie zeige, was ich anbiete, woher sollen die Menschen dann wissen, womit ich arbeite?“
Und schon wird das Thema interessanter. Jetzt sagen wir nicht mehr nur, was wir denken. Wir können auch zeigen, wo für uns die Grenze liegt.
Kann ich das Thema konkreter machen?
Manchmal klingt eine Idee nur deshalb langweilig, weil sie viel zu groß ist.
Über jedes dieser Themen könnte man ein ganzes Buch schreiben. Und genau deshalb ist es so schwierig, daraus einen normalen Facebook-Beitrag zu machen.
In unserem Business passiert genau dasselbe sehr häufig. Jemand notiert sich als Idee einfach den Namen der Branche und weiß später nicht, was er dazu eigentlich sagen möchte.
In öffentlichen Facebook-Beiträgen ist es aus meiner Erfahrung besser, allgemeine Begriffe wie „Network Marketing“ und „MLM“ nicht zum Ausgangspunkt eines Beitrags zu machen. In der Praxis können solche Begriffe einem Inhalt schnell einen werblichen oder spamartigen Charakter geben. Meine Beobachtungen zeigen außerdem, dass sie sich auf die anschließende Sichtbarkeit eines Profils auswirken können.
Ich selbst habe solche Tests mit meinem Profil über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr gemacht. Wenn ich entsprechende Begriffe in einem Beitrag verwendet habe, konnte ich danach einen deutlichen, teilweise drastischen Rückgang der Sichtbarkeit beobachten. Bei meinem Profil hielt dieser Effekt ungefähr zwei Wochen an.
Das bedeutet nicht, dass wir die genaue Formel kennen, nach der Facebook einzelne Wörter bewertet. Facebook zeigt uns diese Formel nicht. Wenn ich aber dieselbe Beobachtung in meiner eigenen Praxis immer wieder mache, sehe ich für mich keinen Grund, sie einfach zu ignorieren.
Und eigentlich brauchen wir diese allgemeinen Begriffe für unsere Inhalte auch gar nicht.
Wir können ganz offen über unser Business sprechen, über die Arbeit mit Menschen, über Kunden, unser Team, Produkte, unsere Erfahrungen und alles, was auf diesem Weg passiert.
Dafür müssen wir dem Beitrag kein allgemeines Etikett geben, das weder die Geschichte interessanter macht noch unserer Sichtbarkeit hilft.
Statt beim Namen der Branche anzufangen, können wir mit dem konkreten Gedanken beginnen, über den wir tatsächlich sprechen möchten.
In all diesen Fällen sprechen wir immer noch über unsere Branche und darüber, wie wir unser Business aufbauen. Nur haben wir jetzt ein echtes Thema statt eines allgemeinen Etiketts.
Dasselbe gilt natürlich auch für andere Ideen, die noch viel zu groß sind.
Statt „Social Media“ könnte daraus werden: „Warum es mich heute nicht mehr nervös macht, wenn ich an einem Tag nichts zu posten habe.“
Statt „Gesunder Lebensstil“: „Eine kleine Gewohnheit, die ich tatsächlich beibehalten habe, während ich viel ehrgeizigere Pläne längst wieder vergessen hatte.“
Welches Format passt am besten zu dieser Idee?
Nicht jede Idee muss zu einem langen Text werden.
Manchmal haben wir einen Gedanken, der wunderbar in eine Story passt. Eine andere Geschichte braucht mehr Platz. Etwas, das sich schriftlich nur schwer erklären lässt, klingt in einem kurzen Video vielleicht völlig natürlich. Und manche Themen funktionieren wunderbar mit einem Foto und zwei Absätzen, ohne dass daraus gleich ein Essay werden muss.
Wenn Ihr Thema zum Beispiel lautet „Eine Sache, die ich heute gelernt habe“, kann daraus ein 15 bis 20 Sekunden langes Reel mit Ihrer echten Stimme werden.
In meiner praktischen Arbeit beobachte ich derzeit, dass ein eigenes kurzes Video auf Facebook deutlich mehr Sichtbarkeit erreichen kann als ein langer, mit KI erstellter Text auf einem Stockfoto oder einem allgemeinen Bild.
Auch deshalb sollten wir nicht automatisch denken: „Ich habe eine Idee, also muss ich einen langen Beitrag schreiben.“ Schauen Sie zuerst, welches Format die Idee selbst am besten trägt.
Sie müssen nicht alles davon benutzen
Wenn Sie eine Idee haben, müssen Sie sie nicht durch alle sieben Fragen schicken und am Ende eine Dissertation daraus machen. 😄
Manchmal reicht eine einzige Frage. Das Thema erinnert Sie plötzlich an eine konkrete Situation und schon wissen Sie, wohin Sie möchten.
Oder Ihnen wird klar, dass Sie eigentlich nur eine ganz bestimmte Sache sagen möchten. Vielleicht merken Sie auch, dass der Beitrag, an dem Sie seit einer halben Stunde schreiben, in Wirklichkeit ein wunderbares 20 Sekunden langes Video ist.
Das Ziel ist nicht, die Idee komplizierter zu machen. Das Ziel ist, ihren natürlichsten Weg zum fertigen Inhalt zu finden.
