Wie Sie das richtige Thema für Ihre öffentliche Facebook-Gruppe wählen
Eine gute Gruppe beginnt nicht mit einem Namen. Sie beginnt mit einer Frage: Was bringt diese Menschen überhaupt zusammen und warum sollten sie miteinander ins Gespräch kommen?
Nicht jede interessante Idee ist automatisch ein gutes Gruppenthema
In der vorherigen Lektion haben wir gesehen, warum eine öffentliche Facebook-Gruppe sinnvoll sein kann. Sie kann Menschen mit ähnlichen Interessen helfen, einander zu finden, miteinander zu sprechen und nach und nach Beziehungen aufzubauen.
Das bedeutet aber nicht, dass jedes Thema für eine Gruppe geeignet ist.
Der nächste Schritt besteht deshalb nicht darin, Facebook zu öffnen und rund um die erste Idee, die Ihnen einfällt, sofort eine Gruppe zu erstellen. Nehmen Sie sich zuerst etwas Zeit, um herauszufinden, was Sie eigentlich an einem Ort zusammenbringen möchten und ob Menschen einen Grund haben, dort zu sein.
Gute Gruppenthemen entstehen oft aus dem echten Leben
Ein Thema kann aus einem echten Interesse, einem wiederkehrenden Problem, einer Lebenssituation, einer Fähigkeit, einem Hobby, einem lokalen Bedarf, beruflicher Erfahrung oder einer gemeinsamen Lebensphase entstehen.
Das ist keine Liste mit den „richtigen“ Gruppenthemen. Entscheidend ist, ob Menschen rund um dieses Thema etwas miteinander teilen können.
Solche Begriffe können ein guter Ausgangspunkt sein, sind aber oft noch sehr breit. „Gesundheit“ kann zum Beispiel Ernährung, Bewegung, Regeneration, ein bestimmtes gesundheitliches Thema oder psychisches Wohlbefinden bedeuten.
Wer eine Gruppe mit einem sehr allgemeinen Thema sieht, versteht deshalb möglicherweise nicht sofort, ob sie für ihn gedacht ist.
Menschen können ein Thema interessant finden, ohne darüber miteinander sprechen zu wollen
Es gibt Themen, über die Menschen gerne lesen, Videos ansehen oder Ideen bekommen. Und es gibt Themen, bei denen sie einen natürlichen Grund haben, sich gegenseitig Fragen zu stellen und Erfahrungen auszutauschen.
Genau darin liegt der Unterschied zwischen einem Thema für Inhalte und einem Thema für eine Gemeinschaft.
Schöne Fotos von Sonnenuntergängen
Menschen können die Bilder gerne ansehen und darauf reagieren. Trotzdem gibt es vielleicht nur wenige natürliche Gründe, sich gegenseitig zu helfen oder über ein gemeinsames Problem zu sprechen.
Mit dem Smartphone fotografieren lernen
Hier entstehen Fragen zu Licht, Einstellungen, Motiven, Orten und Bearbeitung. Menschen können eigene Fotos zeigen, Ergebnisse vergleichen und sich gegenseitig Tipps geben.
Natürlich müssen nicht alle Mitglieder ständig schreiben. Manche Menschen lesen, kommen wieder und profitieren von der Gruppe, ohne selbst regelmäßig zu veröffentlichen.
Klar genug zum Verstehen, offen genug für neue Gespräche
Es gibt keine bestimmte Anzahl von Wörtern, die ein Gruppenthema richtig macht. Ebenso wenig gibt es eine vorgeschriebene Größe der Zielgruppe.
Beobachten Sie zwei Dinge gleichzeitig:
Gibt es gleichzeitig genug verschiedene Situationen und Fragen, damit das Gespräch nicht nach wenigen Beiträgen endet?
Ein sehr enges Thema muss allerdings nicht automatisch schlecht sein. Wenn sich die Situation ständig weiterentwickelt, können immer wieder neue Fragen entstehen. Bei einer Gruppe rund um ein bestimmtes Werkzeug können zum Beispiel neue Versionen, Einstellungen oder neue Anwendungsmöglichkeiten immer wieder Gesprächsstoff liefern.
oder
„Dranbleiben bei Menschen, die im Schichtdienst arbeiten“
Die zweite Formulierung ist nicht automatisch besser. Sie zeigt aber deutlicher, wer einen Grund zur Teilnahme haben könnte und welche Gespräche entstehen können.
Durch echte Beobachtung werden Sie später erkennen, ob sich ein sehr breites Thema in Wirklichkeit immer wieder um einige wenige Unterthemen dreht. Das kann Ihnen eine klarere Richtung zeigen.
Sie müssen nicht der größte Experte sein
Sie brauchen aber eine echte Verbindung zum Thema, die stark genug ist, damit Sie sich auch langfristig damit beschäftigen möchten.
Sie kennen das Thema aus Ihrem eigenen Leben.
Sie kennen sich aus und können anderen in bestimmten Bereichen helfen.
Sie beschäftigen sich selbst mit dem Thema und lernen zusammen mit anderen.
Sie bringen Menschen zusammen und schaffen einen guten Raum für Gespräche.
Diese Rollen sind nicht gleich. Wenn Sie Fachwissen besitzen, sollten Sie darauf achten, keine Ratschläge außerhalb Ihrer Kompetenz zu geben. Wenn Sie selbst noch lernen, müssen Sie sich nicht als Spezialist darstellen.
Sie können ganz offen sagen, dass Sie Menschen zusammenbringen möchten, die lernen und Erfahrungen austauschen wollen.
Eine Produktgruppe ist nicht falsch. Sie ist nur eine andere Art von Gruppe.
Eine Gruppe rund um ein Produkt oder eine Firma kann vollkommen sinnvoll sein. Zum Beispiel für Kundenschulungen, Support, Erfahrungsaustausch zwischen Anwendern, Fragen oder Produktneuigkeiten.
Das ist jedoch etwas anderes als die öffentliche thematische Gruppe, die wir mit dieser Methode aufbauen.
Bei unserer öffentlichen thematischen Gruppe sollen Menschen einen Grund haben, miteinander verbunden zu sein, noch bevor sie das Produkt oder das Business des Gruppeninhabers kennen.
„Ich habe ein Produkt und suche jetzt ein Thema, über das ich Menschen erreichen kann.“
„Ich sehe ein Thema oder Problem, das Menschen wirklich beschäftigt, und meine Erfahrung und mein Business haben eine natürliche Verbindung dazu.“
Das ist keine moralische Bewertung. Es ist eine praktische Prüfung, ob das Thema ein eigenes Leben besitzt.
Diese Frage gilt nicht für jede Gruppe auf dieselbe Weise. Bei einer offiziellen Kundengruppe kann das Produkt ganz ehrlich der Grund für die Existenz der Gruppe sein.
Bei einer öffentlichen Gemeinschaft rund um ein gemeinsames Interesse zeigt diese Frage dagegen sehr gut, ob das Thema wirklich existiert oder nur eine Verpackung für ein Verkaufsziel ist.
Existiert Ihre Idee auch außerhalb Ihres eigenen Kopfes?
Vielleicht haben Sie jetzt bereits eine oder mehrere mögliche Themen. Nun geht es darum, zu beobachten, ob diese Idee auch im echten Verhalten anderer Menschen auftaucht.
Dafür brauchen Sie keine große Marktstudie. Für eine erste Prüfung reichen Beobachtung, einige Notizen und ein ehrlicher Vergleich zwischen Ihrer Vorstellung und dem, was Menschen tatsächlich tun.
Suchen Sie so, wie Menschen wirklich sprechen
Verwenden Sie mehrere natürliche Formulierungen und nicht nur die Fachbegriffe, die Sie selbst bevorzugen.
Beide Formulierungen können sich auf eine ähnliche Situation beziehen und trotzdem zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.
Facebook ermöglicht die Suche nach Begriffen und zeigt je nach Verfügbarkeit verschiedene Kategorien von Ergebnissen, darunter Gruppen und Beiträge. Suchen Sie deshalb mit mehreren Varianten und schauen Sie sich an, welche Gruppen und Gespräche auftauchen.
Die Suchergebnisse sind keine vollständige, neutrale Liste von allem, was auf Facebook existiert. Sie werden nach verschiedenen Faktoren geordnet. Ziehen Sie deshalb keine Schlussfolgerung nur aus den ersten Ergebnissen.
Was passiert in den Gruppen wirklich?
Bleiben Sie nicht bei der Zahl der Mitglieder stehen. Schauen Sie hinein und beobachten Sie, wie die Menschen die Gruppe tatsächlich nutzen.
Sind es verschiedene Menschen oder fast nur die Administratoren?
Stellen Mitglieder echte Fragen aus ihrem Alltag?
Gibt es Gespräche zwischen den Mitgliedern?
Erzählen Menschen, was sie selbst erlebt oder ausprobiert haben?
Tauchen ähnliche Probleme und Fragen immer wieder auf?
Viele Beiträge bedeuten nicht automatisch echte Gespräche.
Wenn eine Gruppe eine interne Suche bietet, können Sie dort auch gezielt nach bestimmten Fragen und Unterthemen suchen. Die genaue Funktion kann je nach Gerät und Facebook-Version unterschiedlich aussehen.
Suchen Sie dabei nicht nur nach identischen Wörtern. Menschen können dieselbe Situation ganz unterschiedlich beschreiben.
Menschen sprechen selten so, wie Fachleute ihre Themen benennen
Schreiben Sie Formulierungen auf, die Menschen selbst verwenden. Versuchen Sie in diesem Moment noch nicht, daraus einen Gruppennamen oder perfekte Schlüsselwörter zu machen.
Sie lernen zunächst nur, wie Menschen ihre eigene Situation beschreiben.
Das ist ein wichtiger Unterschied. Die erste Formulierung beschreibt ein Thema. Die zweite zeigt eine konkrete Lebenssituation.
Beobachten Sie Fragen, Beschwerden, Berichte über Misserfolge und Situationen, in denen Menschen um Rat bitten. So erfahren Sie nicht nur, wofür sie sich interessieren, sondern auch, was sie dazu bringt, ein Gespräch zu beginnen.
Ein einzelner Beitrag ist interessant. Ein wiederkehrendes Muster ist wertvoller.
Eine Frage zeigt, dass ein Mensch etwas braucht. Ähnliche Fragen von verschiedenen Menschen können ein stärkeres Zeichen für eine wiederkehrende Situation sein.
Schreiben Sie solche Beispiele auf und beobachten Sie, ob sie an mehreren Stellen auftauchen. Achten Sie auch darauf, ob daraus echte Gespräche entstehen.
Wiederholung allein garantiert keinen späteren Erfolg. Sie ist aber oft ein sinnvolleres Signal als ein einzelner Beitrag mit vielen Reaktionen.
Viele ähnliche Gruppen sind nicht automatisch ein schlechtes Zeichen
Es gibt bereits viele Gruppen
Das kann zeigen, dass echtes Interesse vorhanden ist und Menschen bereits nach Orten für Austausch suchen.
Es kann aber auch bedeuten, dass viele Gruppen fast gleich, inaktiv oder hauptsächlich mit Werbung gefüllt sind.
Es gibt fast keine Gruppen
Das beweist nicht automatisch, dass Sie eine freie Marktlücke entdeckt haben.
Vielleicht gibt es nicht genug dauerhaftes Interesse oder Menschen nutzen für dieses Thema andere Arten von Plattformen und Räumen.
Fragen Sie: „Was funktioniert in diesen Gruppen, was funktioniert nicht und gibt es einen Grund, warum meine Gruppe auf eine andere Weise hilfreich sein könnte?“
Der Unterschied muss nicht revolutionär sein. Vielleicht sprechen Sie eine klarere Zielgruppe an. Vielleicht konzentrieren Sie sich auf eine bestimmte Lebenssituation. Vielleicht wird der Austausch besser gepflegt. Oder Sie wählen einen klareren Teil eines sehr breiten Themas.
Zusätzliche Quellen können helfen, aber sie ersetzen nicht das eigene Denken
Die wichtigste Prüfung kann direkt auf Facebook stattfinden. Wenn das Bild noch nicht klar ist, können Sie zusätzlich andere öffentliche Orte beobachten.
Google Trends
Kann relative Veränderungen des Interesses, saisonale Entwicklungen und Unterschiede zwischen Suchbegriffen zeigen. Es beweist aber nicht, dass Menschen eine Facebook-Gruppe möchten.
Foren und Reddit
Dort können Sie sehen, wie Menschen Fragen formulieren und Probleme beschreiben. Diese Menschen sind aber nicht automatisch Ihre zukünftige Zielgruppe.
YouTube und Kommentare
Sie können wiederkehrende Fragen und Erfahrungsaustausch sichtbar machen. Viele Aufrufe beweisen jedoch nicht, dass Menschen miteinander diskutieren möchten.
Sie müssen nicht alle diese Quellen nutzen. Wählen Sie nur das, was Ihnen bei einer konkreten offenen Frage hilft.
Eine kleine Prüfung kann mehr zeigen als eine theoretische Vermutung
Sprechen Sie mit einigen Menschen, die tatsächlich zu Ihrer vermuteten Zielgruppe gehören.
Fragen Sie nicht nur: „Würdest du meiner Gruppe beitreten?“
Fragen über die echte Erfahrung sind hilfreicher:
Das ist keine offizielle Studie und keine sichere Prognose. Es ist lediglich eine Möglichkeit zu prüfen, ob Ihre eigenen Annahmen etwas mit der Realität anderer Menschen zu tun haben.
Was kann Sie bei der Themenwahl leicht in die falsche Richtung führen?
Eine einzelne Zahl erzählt fast nie die ganze Geschichte.
können Interesse zeigen, beweisen aber keine aktive Gemeinschaft.
zeigen Aufmerksamkeit, aber nicht unbedingt den Wunsch nach Gesprächen.
können Informationsbedarf zeigen, aber keinen Wunsch nach einer Gruppe.
zeigt, dass ein bestimmter Inhalt Aufmerksamkeit bekommen hat.
können echtes Interesse zeigen, aber auch einen bereits sehr vollen Bereich.
kann eine Möglichkeit bedeuten, aber auch fehlendes Interesse an einer Gemeinschaft.
Auch das persönliche Gefühl „Ich würde so einer Gruppe beitreten“ ist nur ein Anfang. Andere Menschen können andere Erfahrungen und Bedürfnisse haben.
Sinnvoller wird die Grundlage, wenn mehrere Beobachtungen in dieselbe Richtung zeigen: Menschen suchen nach dem Thema, stellen Fragen, teilen Erfahrungen, antworten einander und ähnliche Situationen wiederholen sich.
Auch dann haben wir keine Garantie. Wir haben aber eine vernünftige Ausgangsbasis.
Von der Vermutung zur Beobachtung
Versuchen Sie nicht, perfekt zu sein. Ziel dieser Aufgabe ist, Ihre Idee ein Stück näher an die Realität zu bringen.
Zwei oder drei mögliche Themen notieren
Wählen Sie Themen, zu denen Sie selbst eine natürliche Verbindung haben. Schreiben Sie jeweils kurz auf, was Menschen miteinander verbinden könnte und warum Gespräche entstehen könnten.
Auf Facebook suchen
Suchen Sie jedes Thema mit mehreren natürlichen Formulierungen und schauen Sie sich einige ähnliche Gruppen oder öffentliche Gespräche an.
Wiederkehrende Situationen sammeln
Notieren Sie Fragen, Probleme, Situationen und Formulierungen, die immer wieder auftauchen.
Die Breite des Themas prüfen
Ist das Thema zu breit, zu eng oder für einen ersten Versuch bereits klar genug?
Bei Network Marketing den Produkt-Test machen
Entfernen Sie gedanklich Firma und Produkt. Bleibt trotzdem ein sinnvoller Grund, warum diese Menschen miteinander verbunden sein möchten?
Meine mögliche Gruppenthematik
Sie können diese Bereiche direkt als Vorlage für Ihre eigenen Notizen verwenden.
1. Meine möglichen Themen
2. Gibt es einen Grund für Gespräche?
- Welche Fragen könnten Menschen stellen?
- Welche persönlichen Erfahrungen könnten sie teilen?
- Gibt es unterschiedliche Lösungen oder Sichtweisen?
- Was könnte jemanden dazu bringen, später wiederzukommen?
3. Was habe ich auf Facebook gesehen?
Notieren Sie das Thema, Ihre Suchformulierungen, gefundene Gruppen oder Gespräche und was dort tatsächlich passiert.
4. Wiederkehrende Fragen und Situationen
Schreiben Sie verschiedene Fragen auf, die vielleicht Ausdruck desselben Problems sind.
Die tiefere Situation, die ich dahinter erkenne:
5. Die Sprache der Menschen
Schreiben Sie Formulierungen auf, die Menschen selbst verwenden, wenn sie über dieses Thema sprechen.
6. Wie breit ist mein Thema?
Warum?
7. Prüfung bei Network Marketing
Wenn ich den Namen der Firma und das Produkt entferne, bleibt dann ein sinnvoller Grund, warum diese Menschen zusammenkommen sollten?
Wenn ja, welcher Grund ist das?
Wenn nein oder wenn ich noch unsicher bin, was muss ich noch prüfen?
8. Mein Arbeitsthema
Nach dieser Prüfung ist ein Thema, das ich weiter untersuchen möchte:
Sie brauchen noch keine endgültige Wahrheit. Sie brauchen ein gutes Arbeitsthema.
Ein gutes Anfangsthema ist klar genug, damit Menschen verstehen, worum es in der Gruppe geht, und gleichzeitig lebendig genug, damit immer wieder neue Fragen, Situationen und Gespräche entstehen können.
Das Thema darf mit Ihrer Erfahrung und Ihrem Business verbunden sein. Es muss aber nicht nur rund um ein Produkt erfunden werden.
Aus dem Arbeitsthema wird eine Gruppe, die Menschen sofort verstehen können
Als Nächstes beschäftigen wir uns damit, wie aus Ihrer Themenidee ein verständlicher Name und eine klare Beschreibung für die öffentliche Facebook-Gruppe entstehen.
