Langfristig arbeiten
Ein Business zeigt seinen Wert nicht in einer einzelnen starken Woche. Entscheidend ist, was über Monate und Jahre entsteht und ob der Weg auch langfristig noch zu Ihnen passt.
Die Lektionen
Im letzten Modul geht es um einen Blick, der weiter reicht als bis zum nächsten Monat. Um Geduld, Entwicklung, Stabilität und darum, den eigenen Weg nicht aus den Augen zu verlieren.
Messen Sie Ihr Business nicht in Wochen
Wenn wir anfangen, sind wir ungeduldig. Das ist völlig normal. Wir möchten möglichst schnell den ersten Kunden, die erste Registrierung oder den ersten Bonus sehen. Jeder kleine Erfolg gibt uns das Gefühl, in die richtige Richtung zu gehen.
Schwierig wird es erst, wenn wir beginnen zu erwarten, dass es immer so weitergeht.
Ein Monat läuft nicht wie geplant und sofort entstehen Zweifel. Einige Gespräche führen nicht zu dem Ergebnis, das wir uns erhofft haben, und plötzlich fragen wir uns, ob wir überhaupt gut genug sind.
Gleichzeitig sehen wir andere Menschen und haben den Eindruck, bei ihnen gehe alles viel leichter.
Das Problem dabei ist: Wir sehen fast nie das ganze Bild.
Wir sehen den Rang
Aber wir sehen nicht, wie viele Jahre Arbeit möglicherweise davor liegen.
Wir sehen die schönen Momente
Aber nicht die Absagen, Zweifel und schwierigen Phasen auf dem Weg dorthin.
Wir sehen Ergebnisse
Die tägliche Arbeit dahinter bleibt meistens unsichtbar.
Genau deshalb ist es gefährlich, das eigene Business danach zu beurteilen, was in dieser Woche oder in diesem Monat passiert ist.
Für mich wäre das ungefähr so, als würde man einen jungen Baum pflanzen und nach zwei Wochen entscheiden, dass er niemals Früchte tragen wird.
Manche Dinge brauchen einfach Zeit. Nicht weil etwas falsch läuft, sondern weil Entwicklung nun einmal so funktioniert.
Vertrauen entsteht nicht nach einem einzigen Gespräch. Ein Team wächst nicht in einem Monat. Und Selbstvertrauen kommt nicht nach der ersten Präsentation.
All das sammelt sich Stück für Stück.
Je länger ich arbeite, desto weniger bewerte ich einzelne Monate über. Natürlich schaue ich hin. Wenn etwas nicht funktioniert, möchte ich verstehen, warum. Wenn ich einen Fehler gemacht habe, versuche ich ihn zu korrigieren.
Aber ich treffe keine Entscheidung über die Zukunft meines Business nur deshalb, weil ein einzelner Monat schwach war.
Solche Fragen zeigen mir viel besser, ob ich mich wirklich entwickle.
Genau das sehe ich auch im Network Marketing. Von den ersten Wochen erwarten wir oft sehr viel und von den kommenden Jahren viel zu wenig.
Große Organisationen entstehen selten durch einen einzigen starken Start. Sie entstehen, weil Menschen weiterarbeiten, wenn die erste Begeisterung längst zum Alltag geworden ist.
Für mich sieht Erfolg heute deshalb anders aus als früher.
Ich frage mich nicht nur, ob ein Monat gut war. Viel interessanter ist für mich, ob ich nach Jahren noch gern arbeite, ob Menschen in meinem Team weiter wachsen, ob das Business stabiler geworden ist und ob mir das, was ich tue, immer noch Freude macht.
Wenn diese Dinge stimmen, weiß ich, dass die Richtung stimmt.
Denken Sie drei Jahre weiter
Öffnen Sie Ihre Notizen oder den Ort, an dem Sie Ihre Ziele festhalten. Schreiben Sie diesmal nicht auf, was Sie in diesem Monat erreichen möchten.
Beantworten Sie stattdessen die Frage: „Was für ein Mensch möchte ich in drei Jahren sein, wenn ich dieses Business weiter aufbaue?“
Schreiben Sie danach drei Gewohnheiten auf, die Ihnen dabei helfen können. Keine drei Ziele, sondern drei Gewohnheiten.
Auch mit einem langfristigen Blick gibt es Zeiten, in denen scheinbar kaum etwas passiert. In der nächsten Lektion geht es darum, wie man durch solche Phasen kommt, ohne vorschnell die eigene Richtung infrage zu stellen.
Wenn scheinbar nichts passiert
Sie sprechen mit Menschen, führen Gespräche, veröffentlichen Inhalte und unterstützen Ihr Team. Trotzdem scheinen die Ergebnisse plötzlich stillzustehen.
Genau in solchen Phasen beginnen viele zu überlegen, ob sie überhaupt noch auf dem richtigen Weg sind.
Ich kenne solche Zeiten sehr gut.
Wenn einige Wochen kein neuer Partner kam oder sich die Dinge anders entwickelten, als ich erwartet hatte, suchte ich die Ursache sofort bei mir.
Spreche ich falsch? Habe ich mich für das falsche Unternehmen entschieden? Ist dieses Business überhaupt etwas für mich?
Heute weiß ich, dass mein größter Fehler damals eine ganz andere Erwartung war. Ich dachte, Ergebnisse müssten immer ungefähr gleichmäßig kommen.
So funktioniert aber kaum ein langfristiger Aufbau.
Es gibt Zeiten, in denen man sät. Zeiten, in denen man pflegt. Und irgendwann sieht man die Ergebnisse von Dingen, die vielleicht Monate vorher begonnen haben.
Wenn ich heute in eine ruhigere Phase komme, stelle ich mir deshalb andere Fragen.
Erstaunlich oft lag das Problem nicht im Business. Ich hatte einfach begonnen, kleine Dinge auszulassen, die vorher selbstverständlich waren.
Manchmal nahm administrative Arbeit so viel Raum ein, dass kaum noch neue Gespräche entstanden. In anderen Phasen habe ich meinem Team sehr viel geholfen und dabei meinen eigenen Aufbau vernachlässigt.
Und dann gibt es natürlich noch dieses berühmte „morgen“.
Ein einzelnes Morgen ist kein Problem. Wenn daraus aber viele werden, merkt man die Wirkung irgendwann an den Ergebnissen.
Deshalb gerate ich heute nicht mehr sofort in Unruhe, wenn es einmal langsamer läuft. Ich gehe zurück zu den Grundlagen und schaue mir meine eigenen Gewohnheiten an.
Dabei suche ich weder einen Schuldigen noch eine Ausrede. Ich prüfe einfach, ob ich die kleinen Dinge noch tue, die mein Business bisher bewegt haben.
Das Ergebnis
Sie können nicht bestimmen, wann jemand Ja sagt, wann er Kunde wird oder wann er bereit ist, ein Business zu starten.
Ihre Handlungen
Sie entscheiden, ob Sie das Gespräch führen, sich wieder melden, eine Information schicken, lernen und für Ihre Partner da sind.
Wenn ich mich auf das konzentriere, was tatsächlich in meiner Hand liegt, werde ich automatisch ruhiger.
Dann muss mir nicht erst ein Ergebnis beweisen, dass ich gut gearbeitet habe. Ich weiß es, weil ich meinen Teil getan habe.
Vor einiger Zeit habe ich sinngemäß gelesen, dass wir nicht jeden Tag die Ernte kontrollieren können, uns aber jeden Tag um unseren Garten kümmern können.
Ich weiß nicht mehr, von wem dieser Gedanke stammt. Für unser Business finde ich ihn bis heute sehr passend.
Wir können niemanden zwingen, Ja zu sagen. Aber wir können weiter Vertrauen aufbauen, neue Menschen kennenlernen, hilfreich sein und uns selbst weiterentwickeln.
Treffen Sie keine große Entscheidung nur deshalb, weil die Ergebnisse gerade ausbleiben. Schauen Sie zuerst auf Ihre Gewohnheiten und geben Sie dem, was Sie bereits getan haben, Zeit.
Zwei Wochen ohne Ergebnisliste
Schauen Sie ehrlich auf die letzten zwei Wochen und notieren Sie diesmal nicht Ihre Ergebnisse, sondern Ihre Aktivitäten.
Wie viele neue Gespräche haben Sie begonnen? Bei wie vielen alten Kontakten haben Sie sich wieder gemeldet? Wie viel Zeit haben Sie in Weiterbildung investiert? Wie oft hatten Sie Kontakt zu Ihren Partnern?
Wählen Sie danach nur eine Gewohnheit aus, die ab morgen wieder einen festen Platz in Ihrem Alltag bekommen soll.
Langfristiges Arbeiten wird besonders schwierig, wenn wir ständig auf die Ergebnisse anderer schauen. In der nächsten Lektion geht es darum, warum solche Vergleiche selten fair sind und was wesentlich hilfreicher ist.
Vergleichen Sie Ihren Weg nicht mit dem anderer
Gerade am Anfang bin ich selbst oft in diese Falle geraten.
Einer verkündete einen neuen Rang, jemand anderes zeigte sein wachsendes Team, der Nächste postete Bilder von einer Firmenreise oder sprach über seinen nächsten Erfolg.
Und ganz schnell entsteht der Eindruck: Bei ihm läuft alles.
Danach schaut man auf sich selbst und beginnt zu suchen, was bei einem nicht stimmt.
Irgendwann habe ich verstanden, dass ich zwei Dinge miteinander verglich, die überhaupt nicht vergleichbar waren.
Auf der einen Seite stand mein eigener Alltag. Mit Zweifeln, Fehlern, Müdigkeit, Absagen und kleinen Erfolgen.
Auf der anderen Seite sah ich einen kleinen Ausschnitt aus dem Leben eines anderen Menschen, den er selbst ausgewählt hatte.
Das kann kein fairer Vergleich sein.
Wir sehen heute fast täglich Erfolge von vielen Menschen. Was wir kaum sehen, sind die Gespräche, die nicht funktioniert haben.
Wir sehen nicht, wie oft jemand Nein gehört hat, bevor das nächste Ja kam. Wir sehen auch nicht die Momente, in denen er selbst nicht wusste, ob er weitermachen möchte.
Deshalb fühlen sich Menschen manchmal zurückgeblieben, obwohl sie gar nicht wissen, welchen Weg die Person gegangen ist, mit der sie sich vergleichen.
Ich habe auf Veranstaltungen Menschen kennengelernt, bei denen ich vorher dachte, alles sei ihnen leichtgefallen.
Im persönlichen Gespräch stellte sich dann heraus, dass hinter dem Ergebnis Jahre Arbeit, mehrere Veränderungen, viele Enttäuschungen und sehr viele Absagen lagen.
Seitdem benutze ich die Erfolge anderer nicht mehr als Maßstab für meine eigenen.
Warum bin ich noch nicht dort?
Diese Frage führt schnell dazu, dass man den eigenen Weg kleiner macht, obwohl man die Geschichte des anderen gar nicht kennt.
Was kann ich von diesem Menschen lernen?
Dann wird der Erfolg eines anderen nicht zum Beweis für das eigene Zurückbleiben, sondern zu einer möglichen Lernquelle.
Ich beobachte gern, wie erfolgreiche Menschen arbeiten. Wie sie kommunizieren, welche Gewohnheiten sie haben und was ich davon als Idee für mich mitnehmen kann.
Das bedeutet nicht, den Stil eines anderen zu kopieren.
Einer macht täglich Videos, ein anderer steht kaum vor der Kamera. Einer liebt große Veranstaltungen, ein anderer fühlt sich in einem persönlichen Gespräch wohler.
Unterschiedliche Menschen können auf sehr unterschiedliche Weise erfolgreich sein.
Vielleicht war ein Anruf bei einem fremden Menschen früher unangenehm. Vielleicht wussten Sie nicht, wie Sie ein Gespräch beginnen sollen. Vielleicht war eine Präsentation eine große Überwindung.
Heute tun Sie einige dieser Dinge wahrscheinlich wesentlich ruhiger.
Im Alltag merken wir diese Veränderung oft kaum, weil unser Blick ständig nach vorne gerichtet ist.
Manchmal lohnt sich deshalb auch der Blick zurück. Er zeigt uns, was wir gelernt haben, welche Fehler wir nicht mehr machen und welche Fähigkeiten inzwischen selbstverständlich geworden sind.
Für mich bedeutet Entwicklung nicht, besser zu sein als jemand anderes. Es bedeutet, heute ein Stück weiter zu sein als früher.
Und das ist wahrscheinlich der einzige Vergleich, der wirklich fair ist.
Was ist heute leichter als früher?
Erinnern Sie sich an Ihre ersten Tage im Network Marketing. Schreiben Sie fünf Dinge auf, die Ihnen damals schwergefallen sind und die heute viel selbstverständlicher geworden sind.
Fragen Sie sich danach: Wenn ich mich in dieser Zeit bereits so verändert habe, was könnte in weiteren drei Jahren möglich sein, wenn ich weiter an mir arbeite?
In der nächsten Lektion schauen wir nicht mehr auf den schnellen Erfolg, sondern auf die Frage, wie ein Business aussieht, das nach Jahren immer noch gesund, selbstständig und tragfähig funktioniert.
Wie ein stabiles Business nach Jahren aussieht
Der erste Kunde, die erste Registrierung und der erste größere Bonus sind wichtig. Sie geben Sicherheit und zeigen, dass etwas funktioniert.
Menschen, die lange in diesem Business bleiben, denken allerdings häufig viel weiter als bis zum nächsten Monat.
Nicht weil der aktuelle Monat unwichtig wäre. Sie wissen nur, dass langfristige Stabilität anders entsteht.
Es gab Zeiten, in denen ich dachte, nach einem bestimmten Rang oder einem bestimmten Einkommen würde alles automatisch ruhiger.
Dann kam das nächste Ziel und danach wieder das nächste. Irgendwann wurde mir klar, dass ich Ruhe niemals genießen werde, wenn ich sie ständig auf das nächste Ergebnis verschiebe.
Ein Business wird nicht an dem Tag stabil, an dem ein neuer Rang erreicht wird. Es wird stabil, wenn sein Bestehen nicht mehr von einem einzigen guten Monat abhängt.
Für mich erkennt man Stabilität an ganz anderen Dingen.
Kunden bleiben
Sie nutzen Produkte, weil sie diese selbst mögen und nicht, weil ständig jemand daran erinnern muss.
Partner werden selbstständig
Sie warten nicht bei jeder Kleinigkeit auf eine Anweisung, sondern können eigene Entscheidungen treffen.
Das Business läuft weiter
Wenn Sie ein paar Tage nicht da sind, bleibt nicht automatisch alles stehen.
Viele Menschen bauen ihr Business zunächst so auf, dass sie selbst im Mittelpunkt von allem stehen.
Sie führen jede Besprechung, beantworten jede Frage und lösen jedes Problem. Anfangs fühlt sich das vielleicht sogar gut an, weil man den Eindruck hat, alles unter Kontrolle zu haben.
Mit der Zeit wird genau das aber anstrengend.
Wenn nach wenigen Tagen Abwesenheit alles stehen bleibt, ist das kein Zeichen von Stärke. Es zeigt, dass andere bisher kaum Gelegenheit hatten, selbstständig zu werden.
Ich möchte, dass Menschen wissen, wo sie Informationen finden. Dass sie ein Gespräch selbst führen, einen neuen Partner begleiten und in normalen Situationen selbst entscheiden können.
Natürlich können sie mich jederzeit fragen. Ich möchte nur nicht, dass ihre erste Reaktion auf jede Situation lautet: „Ich muss erst Vitsche fragen.“
Viel lieber ist mir, wenn jemand zuerst selbst darüber nachdenkt und wir seine Idee anschließend gemeinsam anschauen.
Extreme Phasen
Zwei Wochen lang zwölf Stunden täglich arbeiten und danach für Monate fast vollständig verschwinden.
Ruhige Kontinuität
An manchen Tagen etwas mehr tun, an anderen etwas weniger, aber den Kontakt zum eigenen Business nicht vollständig verlieren.
Ein langfristiges Business ist kein Hundertmeterlauf.
Manche Tage sind produktiver, andere weniger. Entscheidend ist nicht, dass jeder Tag perfekt aussieht, sondern dass man nicht ständig ganz verschwindet und wieder neu anfangen muss.
Eine weitere Veränderung habe ich bei mir selbst bemerkt.
Natürlich freue ich mich auch heute über jeden neuen Partner. Noch mehr freue ich mich inzwischen aber, wenn jemand, der vor zwei oder drei Jahren angefangen hat, immer noch da ist und seinen eigenen Weg gefunden hat.
Für mich sagt das viel mehr über einen Aufbau aus.
Einen Menschen für etwas zu begeistern ist das eine. Ihm zu helfen, daraus über Jahre etwas Eigenes aufzubauen, ist etwas ganz anderes.
Schnelle Starts beeindrucken mich deshalb heute weniger als früher. Ich freue mich über sie, aber ich weiß, dass sich der wirkliche Wert erst später zeigt.
Wenn ein Mensch nach Jahren immer noch gern arbeitet, sein Interesse am Lernen behalten hat und Menschen weiterhin mit Respekt begegnet, ist das für mich sehr viel wert.
Wenn ich einem neuen Partner etwas wünschen dürfte, wäre es deshalb nicht der schnellste mögliche Aufstieg.
Stellen Sie sich Ihr Business in fünf Jahren vor
Denken Sie diesmal nicht an Rang oder Einkommen.
Welche Menschen arbeiten mit Ihnen? Wie sieht ein normaler Tag aus? Was müssen Sie nicht mehr allein machen? Was gibt Ihnen an Ihrer Arbeit die größte Zufriedenheit?
Lesen Sie Ihre Beschreibung danach noch einmal und fragen Sie sich, ob Ihre heutigen Entscheidungen Sie dieser Vorstellung näherbringen.
Jetzt folgt der letzte Unterricht dieser Academy. Nicht mit einer neuen Technik oder Strategie, sondern mit der Frage, was nach dem letzten Kapitel eigentlich bleibt.
Der Weg geht weiter
Am einfachsten wäre es gewesen, den letzten Unterricht besonders emotional zu machen, mit großen Worten und dem Gefühl, jetzt könne man die ganze Welt erobern.
Das war aber noch nie wirklich mein Stil.
Ich glaube nicht, dass ein paar inspirierende Sätze das Leben eines Menschen verändern.
Ich glaube eher an etwas viel Alltäglicheres: Veränderungen entstehen, wenn wir beginnen, kleine Dinge anders zu machen und damit nicht nach einer Woche wieder aufhören.
In dieser Academy haben wir über erste Partner, Duplikation, Leadership und langfristiges Arbeiten gesprochen.
All diese Themen sind wichtig. Sie bringen aber wenig, wenn sie nur als Information im Kopf bleiben.
Ich kenne Menschen, die eine hervorragende Präsentation halten können. Sie kennen den Marketingplan bis ins Detail, wissen alles über Boni und beantworten fast jede Produktfrage.
Trotzdem schaffen sie es nicht immer, ein Business aufzubauen, das ihnen auch nach Jahren noch Freude macht.
Gleichzeitig kenne ich Menschen, die nie die besten Präsentatoren waren und nicht auf jede Frage sofort eine Antwort hatten.
Aber sie haben weitergelernt. Sie haben weitergearbeitet und versucht, für die Menschen um sie herum nützlich zu sein.
Mit der Zeit waren es häufig genau diese Menschen, die stabile Organisationen aufgebaut haben.
Kein einzelnes Talent entscheidet über alles. Viele kleine Dinge verändern ihren Wert, wenn wir sie lange genug wiederholen.
Lange habe ich mich gefragt, was eigentlich den Unterschied macht. Fähigkeiten? Charakter? Disziplin?
Heute würde ich sagen: All das spielt eine Rolle. Entscheidend wird es aber erst, wenn diese Dinge im Alltag zusammenkommen und über längere Zeit bestehen bleiben.
Eine der größten Täuschungen im Network Marketing ist für mich die Suche nach diesem einen Moment, der angeblich alles verändert.
Das große Event. Das besondere Training. Die perfekte Präsentation. Der eine Leader.
Solche Momente können uns durchaus einen starken Impuls geben.
Die wichtigsten Veränderungen in meinem eigenen Weg begannen allerdings meistens an ziemlich normalen Tagen.
Konsequenter nachfassen
Einen begonnenen Kontakt nicht einfach im Alltag verschwinden lassen.
Weiterlernen
Trainings nicht nur besuchen, wenn gerade besonders viel Motivation da ist.
Neue Partner besser begleiten
Den kleinen Dingen am Anfang mehr Aufmerksamkeit geben.
Keine dieser Entscheidungen wirkte damals besonders groß. Rückblickend haben genau solche Veränderungen aber sehr viel bewirkt.
Deshalb möchte ich nicht, dass Sie nach diesem Modul das Gefühl haben, ab morgen alles verändern zu müssen.
Wenn ich heute noch einmal ganz von vorne anfangen müsste, würde ich wahrscheinlich nicht unbedingt mehr tun.
Ich würde viel früher auf Beständigkeit achten.
Denn dieses Business wird nicht nur an den Tagen aufgebaut, an denen man besonders motiviert ist.
Es wird an ganz gewöhnlichen Tagen aufgebaut. An einem Montag, an dem man nicht besonders viel Lust hat. An einem Mittwoch, an dem andere Verpflichtungen warten. An einem Freitag, an dem man müde ist.
Gerade diese normalen Tage zeigen, ob die Arbeit nur von der aktuellen Stimmung abhängt oder ob bereits Gewohnheiten entstanden sind, die uns auch ohne besondere Begeisterung weitertragen.
Über die Jahre habe ich Menschen erlebt, die viel schneller gestartet sind als ich. Manche bauten in kurzer Zeit große Teams auf oder erreichten Ränge, die mir damals unerreichbar vorkamen.
Einige davon sind heute nicht mehr in diesem Business. Das ist kein Urteil über diese Menschen. Das Leben verändert sich, Prioritäten verschieben sich und manchmal nimmt jemand einfach eine andere Richtung.
Genau deshalb beeindruckt mich heute weniger, wie schnell eine Organisation wächst. Viel mehr beeindruckt mich, wenn Menschen nach fünf oder zehn Jahren immer noch ruhig weiterarbeiten, sich weiterentwickeln und die Freude an ihrer Arbeit nicht verloren haben.
Vielleicht ist genau das etwas, das nach dieser Academy bleiben darf.
Keine besondere Technik. Keine perfekte Präsentation. Keine fertigen Sätze, die Sie auswendig lernen.
Viel wichtiger finde ich, dass Sie Ihren eigenen Weg finden.
Einen Arbeitsstil, der zu Ihrem Charakter passt und mit dem Sie auch in fünf Jahren noch leben können.
Es hat wenig Sinn, ein Business aufzubauen, das Sie ständig erschöpft oder dazu zwingt, jemand zu sein, der Sie eigentlich nicht sind.
Sie müssen nicht wie ein anderer Leader sprechen. Sie müssen nicht dieselben Videos machen, dieselben Treffen führen oder denselben Stil übernehmen.
Menschen verbinden sich nicht mit perfekt gespielten Rollen. Sie verbinden sich mit echten Menschen.
Deshalb ist für mich Vertrauen eines der wertvollsten Dinge, die man in diesem Business aufbauen kann.
Vertrauen entsteht nicht in einem einzigen Gespräch. Es wächst aus vielen Begegnungen, eingehaltenen Zusagen, Hilfe im richtigen Moment und einer Haltung, die sich nicht jedes Mal verändert, nur weil ein Monat einmal schwieriger ist.
Manchmal werde ich gefragt, ob es nach so vielen Jahren überhaupt noch etwas zu lernen gibt.
Ich muss darüber immer ein bisschen lächeln, denn heute lerne ich wahrscheinlich mehr als zu Beginn.
Der Unterschied ist nur, dass ich nicht mehr lerne, um kompetenter zu wirken. Ich lerne, weil es mich interessiert.
Jeder neue Mensch, jede neue Situation und auch jeder Fehler zeigt mir etwas, das ich vorher vielleicht noch nicht gesehen habe.
Wenn die Antwort darauf Ja ist, sind Sie bereits in Bewegung.
Wenn Sie sich in einigen Jahren an diese Academy erinnern, hoffe ich nicht unbedingt, dass Ihnen eine bestimmte Technik oder eine einzelne Lektion im Gedächtnis geblieben ist.
Ich hoffe eher, dass das Gefühl geblieben ist, dass dieses Business ruhig gemacht werden kann.
Dass Erfolg möglich ist, ohne sich selbst dabei zu verlieren. Dass Leadership möglich ist, ohne sich über andere zu stellen. Und dass ein Team aufgebaut werden kann, ohne Menschen zu überreden oder eine Rolle zu spielen.
Wenn genau das bleibt, dann hat sich die gemeinsame Zeit in dieser Academy gelohnt.
Eine Idee für die nächsten dreißig Tage
Gehen Sie noch einmal zu Ihren ersten Notizen aus dieser Academy zurück.
Markieren Sie drei Gedanken, die Ihre Sichtweise besonders verändert haben. Wählen Sie danach nur einen davon aus und machen Sie ihn in den kommenden dreißig Tagen bewusst zu einem Teil Ihres Alltags.
Schauen Sie nach einem Monat noch einmal darauf und beantworten Sie sich ehrlich die Frage: Was hat sich verändert?
Herzlichen Glückwunsch!
Wenn Sie bis hierher gekommen sind, wissen Sie inzwischen, dass ein erfolgreiches Business nicht durch eine einzige gute Präsentation, einen starken Monat oder die eine richtige Strategie entsteht.
Es entsteht Tag für Tag durch Gewohnheiten, durch den Umgang mit Menschen und durch die Bereitschaft, sich weiterzuentwickeln.
Ich hoffe, diese Academy hat Ihnen nicht nur Wissen gegeben, sondern auch die Sicherheit, Ihren eigenen Weg zu finden. Einen Weg, der natürlich zu Ihnen passt und den Sie über Jahre gehen können.
Sie müssen nicht wie jemand anderes sein und Sie müssen auch nicht am schnellsten vorankommen. Viel wichtiger ist, dass Sie Ihren Weg nicht verlassen, nur weil jemand anderes schneller aussieht.
Erfolg ist für mich nicht der Augenblick, in dem ein bestimmter Rang erreicht wird. Erfolg bedeutet, ein Business aufzubauen, das Freude macht, Vertrauen zu Menschen entstehen zu lassen und irgendwann mit einem guten Gefühl auf den eigenen Weg zurückzuschauen.
Die Academy endet hier. Ihr Weg nicht.
Die interessantesten Lektionen kommen wahrscheinlich erst noch. In den Gesprächen, die Sie führen werden, in den Menschen, denen Sie helfen, und in den Erfahrungen, die unterwegs entstehen.
Bewahren Sie sich Ihre Neugier. Bleiben Sie verlässlich. Und verlieren Sie vor allem nicht die Freude an dem, was Sie tun.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und freue mich auf ein Wiedersehen.
