UNTERMODUL 06 · LEKTION 01

Was bedeutet „Relevanz“ auf Facebook eigentlich?

Ein und derselbe Beitrag kann für einen Menschen hochinteressant und für einen anderen völlig unwichtig sein. Genau dort beginnt die Idee der Relevanz.

EIN
INHALT
Person A
Garten Reisen Fotografie
Person B
Fußball Autos Technik
Gleicher Inhalt. Unterschiedliche Menschen. Unterschiedliche Relevanz.

Wenn wir darüber sprechen, ob ein Beitrag Menschen erreicht, taucht sehr schnell ein Begriff auf: Relevanz. Das klingt zunächst etwas technisch. Die Idee dahinter ist aber ziemlich einfach.

Facebook versucht einzuschätzen, welcher Inhalt für den Menschen, der gerade seinen Feed öffnet, interessant sein könnte. Dabei geht es nicht um eine absolute Bewertung eines Beitrags und auch nicht um eine feste Bewertung unseres gesamten Profils.

Relevanz entsteht vielmehr aus der Verbindung zwischen Inhalt, Mensch und seinen Interessen.

Nicht jeder Mensch möchte dasselbe sehen

Stellen Sie sich vor, zwei Menschen öffnen Facebook im selben Moment. Der eine interessiert sich für Garten, Reisen und Fotografie. Der andere verfolgt hauptsächlich Fußball, Autos und Technik.

Es wäre wenig sinnvoll, beiden Menschen ständig genau dieselben Inhalte zu zeigen. Genau hier kommt Relevanz ins Spiel.

A

Person A interessiert sich für

Garten Reisen Fotografie
B

Person B interessiert sich für

Fußball Autos Technik
RELEVANZ EINFACH GEDACHT

Facebook versucht einzuschätzen, was für genau diesen Menschen in genau diesem Moment interessant sein könnte.

Inhalt
+
Mensch
+
Situation und Interessen

Wir geben ständig Signale

Facebook kann nicht wissen, was in unserem Kopf passiert. Die Plattform kann nur versuchen, aus unserem Verhalten Rückschlüsse zu ziehen.

Wir bleiben bei einem Beitrag länger hängen
Wir schauen Videos zu einem Thema
Wir kommentieren und reagieren
Wir öffnen bestimmte Profile
Wir interagieren häufig mit bestimmten Menschen

Aus solchen Signalen versucht Facebook nach und nach abzuleiten, was uns wahrscheinlich interessiert.

Das bedeutet aber nicht, dass irgendwo eine feste Liste mit fünf Interessen über uns liegt und wir von diesem Moment an nur noch genau diese Dinge sehen. Unsere Interessen verändern sich. Unser Verhalten verändert sich ebenfalls.

FACEBOOK KANN SEHEN

Was wir tun

Zum Beispiel, dass wir einen Beitrag lesen, ein Video ansehen, kommentieren oder ein Profil öffnen.

FACEBOOK KANN NICHT WISSEN

Warum wir es tun

Vielleicht lesen wir einen Beitrag, weil uns das Thema begeistert. Vielleicht lesen wir ihn aber auch, weil wir überhaupt nicht mit dem Inhalt einverstanden sind.

Facebook sieht unser Verhalten. Die Plattform kann aber nicht in unseren Kopf schauen und sicher wissen, warum wir uns so verhalten haben.

Ein guter Beitrag muss nicht für jeden interessant sein

Ein hervorragender Beitrag über Orchideen

Person mit 40 Orchideen

Für diese Person kann der Beitrag ausgesprochen interessant und relevant sein.

Person ohne Interesse an Orchideen

Für diese Person kann derselbe Beitrag praktisch bedeutungslos sein.

Der Beitrag ist dadurch nicht schlechter geworden. Er ist nur nicht für beide Menschen gleich relevant.

Genau das ist auch für unser eigenes Profil wichtig. Häufig beurteilen wir einen Beitrag fast ausschließlich danach, wie viele Menschen er erreicht hat.

Ist die Reichweite klein, denken wir schnell: Der Beitrag war nicht gut.

Doch Reichweite und Relevanz sind zwei verschiedene Dinge.

300 passende Menschen können wertvoller sein als 3000 beliebige

300

Menschen sehen den Beitrag

Darunter sind 50 Menschen, die sich wirklich für genau dieses Thema interessieren.

3000

Menschen sehen den Beitrag

Aber für fast niemanden davon hat das Thema eine wirkliche Bedeutung.

Eine größere Zahl bedeutet deshalb nicht automatisch, dass ein Beitrag wertvoller oder erfolgreicher war.

Facebook besteht aus verschiedenen Bereichen und Systemen

Wenn wir vom „Facebook-Algorithmus“ sprechen, klingt es schnell so, als gäbe es eine einzige große Maschine, die über alles entscheidet, was wir veröffentlichen.

In Wirklichkeit gibt es unterschiedliche Systeme für verschiedene Bereiche der Plattform.

Unterschiedliche Bereiche haben einen unterschiedlichen Kontext

Feed
Empfehlungen
Suche
Gruppen

Was im Feed erscheint, muss nicht nach exakt derselben Logik geordnet werden wie empfohlene Inhalte von Menschen, denen wir nicht folgen. Auch die Suche und Gruppen haben ihren eigenen Kontext.

DESHALB VORSICHT MIT EINFACHEN VERSPRECHEN

Es gibt keine einzige magische „Relevanzbewertung“ unseres gesamten Profils, die wir einmal bekommen und dann für immer mit uns herumtragen.

Aussagen wie „Mach genau das und du erhöhst die Relevanz deines Profils“ sollten wir deshalb mit Vorsicht betrachten.

WAS SIE AUS DIESER LEKTION MITNEHMEN SOLLTEN

Denken Sie bei Relevanz nicht an eine feste Punktzahl. Denken Sie an eine Beziehung.

Ein bestimmter Inhalt
+
ein bestimmter Mensch
+
eine bestimmte Situation

Deshalb kann derselbe Beitrag für einen Menschen sehr passend, für einen anderen nur ein wenig interessant und für einen dritten völlig bedeutungslos sein. Unser Ziel muss nicht sein, mit jedem Beitrag möglichst viele Menschen zu erreichen. Viel wichtiger ist, dass er mehr von den Menschen erreicht, für die das Thema tatsächlich eine Bedeutung hat.

IN DER NÄCHSTEN LEKTION

Wie findet ein Beitrag die passenden Menschen? In Lektion 2 schauen wir uns genauer an, welche Signale Facebook nutzen kann, um einzuschätzen, ob ein bestimmter Inhalt für einen bestimmten Menschen interessant sein könnte.