PRAKTISCHE MATERIALIEN · 01

Fertiges Material → mein Beitrag

Fertiges Material kann uns viel Arbeit abnehmen. Aber es muss nicht automatisch zu unserem fertigen Beitrag werden.

VOM MATERIAL ZUM EIGENEN BEITRAG
01
Material lesen oder ansehen
02
Was ist bei mir hängen geblieben?
03
Eigene Richtung wählen
04
Nur die benötigten Fakten zurückholen

Fertige Materialien sind bequem.

Wir bekommen einen Firmtext, eine Produktbeschreibung, eine Neuigkeit, eine Grafik, ein PDF, ein Video oder einen fertigen Beitrag und ein großer Teil der Arbeit scheint bereits erledigt zu sein.

Nur wurde dieses Material meistens so erstellt, dass viele Menschen es verwenden können.

Unser eigener Beitrag hat aber noch eine andere Aufgabe: Es sollte einen Grund geben, warum er genau in unserem Profil erscheint.

DARUM GEHT ES HIER

Nicht: Wie ändere ich den fertigen Text? Sondern: Was möchte ich selbst daraus machen?

Deshalb beschäftigen wir uns hier nicht damit, einige Wörter auszutauschen, Sätze umzustellen oder den kompletten Text durch KI laufen zu lassen, damit eine andere Version herauskommt.

Wir behandeln fertiges Material als Quelle.

Und von dort aus entwickeln wir unsere eigene Richtung.

SCHRITT 01

Lesen Sie das Material zuerst, ohne sofort ans Umschreiben zu denken

01
ZUERST VERSTEHEN

Was steckt eigentlich in diesem Material?

Das klingt selbstverständlich. Trotzdem machen wir häufig genau das Gegenteil.

Wir sehen einen fertigen Text und während wir ihn lesen, überlegen wir schon, welchen Satz wir anders formulieren könnten.

Hilfreicher ist es, zuerst zu erkennen, welche Informationen, Themen und möglichen Richtungen überhaupt darin stecken.

Stellen wir uns vor, eine Firma veröffentlicht Informationen zu einem neuen Produkt.

Darin können Inhaltsstoffe, Anwendung, Besonderheiten der Formulierung, Herstellerinformationen und mehrere Produktmerkmale stehen.

All das muss nicht in unseren eigenen Beitrag.

RICHTUNG 01

Ein Inhaltsstoff fällt mir auf, weil Menschen mich oft danach fragen.

RICHTUNG 02

Die Anwendung finde ich besonders praktisch.

RICHTUNG 03

Ich entdecke einen Fakt, den ich selbst noch nicht kannte.

RICHTUNG 04

Das Material erinnert mich an eine Frage aus einem Gespräch.

Die Quelle ist dieselbe. Trotzdem können daraus völlig unterschiedliche eigene Richtungen entstehen.

EIN KONKRETES BEISPIEL

Vom Firmtext zu einem eigenen Ausgangspunkt

Stellen wir uns vor, wir bekommen folgenden fertigen Firmtext:

DAS FERTIGE MATERIAL

„Wir präsentieren das neue Produkt X. Die Formel enthält A, B und C und wurde für die tägliche Unterstützung von … entwickelt. Das Produkt wird einmal täglich eingenommen und wurde mit …“

Natürlich könnten wir diesen Text einfach kopieren und veröffentlichen.

Wir könnten auch nur den Einstieg austauschen.

NUR EIN ANDERER EINSTIEG

„Tolle Neuigkeiten! Das neue Produkt X ist endlich da …“

ABER DER REST BLEIBT GLEICH

Inhaltlich ist das noch immer fast derselbe fertige Firmtext.

Stattdessen können wir uns fragen:

Was hat eigentlich mich daran interessiert?

Nehmen wir an, es war der Inhaltsstoff B, weil wir ihn bisher hauptsächlich aus einer anderen Produktkategorie kennen.

JETZT ENTSTEHT EINE EIGENE RICHTUNG

„Als ich mir die Zusammensetzung von X angesehen habe, ist mir zuerst B aufgefallen. Bisher kannte ich diesen Stoff vor allem aus … Deshalb wollte ich verstehen, warum er gerade in dieser Kombination enthalten ist. Ich habe mir das genauer angesehen und …“

Jetzt erzählen wir nicht einfach den Firmtext nach.

Wir haben eine Information daraus verwendet, aber der Beitrag hat eine eigene Richtung bekommen.

Gerade bei Produkten und Gesundheitsthemen müssen zusätzliche Fakten natürlich geprüft sein und die Formulierungen innerhalb dessen bleiben, was wir tatsächlich sagen dürfen.

DASSELBE GILT FÜR GRAFIKEN

Eine fertige Grafik muss nicht noch einmal als Text wiederholt werden

Eine Grafik mit fünf Fakten kann drei verschiedene Reaktionen auslösen

EIN FAKT FÄLLT MIR AUF

Dann spreche ich genau darüber.

ICH WÜRDE ES ANDERS ERKLÄREN

Dann entwickle ich meine eigene Erklärung.

DIE GRAFIK REICHT VÖLLIG AUS

Dann muss ich nicht künstlich einen langen Begleittext erfinden.

Fertiges Material verpflichtet uns nicht, noch mehr Inhalt darum herum zu produzieren.

UND WENN DAS MATERIAL SEHR LANG IST?

Dann steckt oft mehr als nur ein Beitrag darin

Bei einem PDF, Artikel, einer Schulung oder einem längeren Video passiert häufig ein anderer Fehler: Wir versuchen, alles in einen einzigen Beitrag zu packen.

Dabei steckt genau dort oft Material für mehrere verschiedene Richtungen.

Ein Gedanke aus einer Schulung kann zu einem Beitrag für das persönliche Profil werden.

Eine andere Erklärung eignet sich vielleicht für einen ausführlicheren Beitrag in einer Gruppe.

Ein kleiner Punkt kann in einer Story weiterleben.

Und ein großer Teil des ursprünglichen Materials muss vielleicht überhaupt nicht verwendet werden.

Wir müssen nicht die komplette Quelle mit in unseren Beitrag nehmen.

Wir nehmen das heraus, zu dem wir selbst tatsächlich etwas zu sagen haben.

EINE EINFACHE ARBEITSMETHODE

Bevor Sie anfangen zu schreiben

Lesen oder sehen Sie das fertige Material zuerst vollständig.

Legen Sie es danach kurz beiseite und schreiben Sie mit Ihren eigenen Worten auf, was davon bei Ihnen hängen geblieben ist.

„Das wusste ich noch nicht.“
„Das erinnert mich an …“
„Genau danach werde ich ständig gefragt.“
„Das würde ich ganz anders erklären.“

Das ist meistens ein viel besserer Ausgangspunkt für einen eigenen Beitrag als der erste Satz des fertigen Materials.

Erst danach gehen wir zurück zur Quelle und holen uns die Fakten, die wir für unsere gewählte Richtung brauchen.

So verändern wir nicht einen fertigen Text so lange, bis er irgendwie nach uns aussieht.

Wir starten bei der Quelle, schreiben aber unseren eigenen Beitrag.

META AI ALS HELFER · 4 ARBEITSPROMPTS

Das Material ist fertig. Unser eigener Beitrag noch nicht.

Gerade bei längeren Materialien kann KI helfen, verschiedene Themen sichtbar zu machen und unsere eigene Richtung zu finden. Aber wir starten auch hier nicht mit: „Schreib mir einen Beitrag daraus.“

01
Welche unterschiedlichen Themen stecken in diesem Material?
Ich gebe dir gleich fertiges Material, das ich verwenden darf. Schreibe daraus noch keinen Beitrag. Erzähle das Material auch nicht einfach nach. Lies es und zeige mir die verschiedenen Themen, Gedanken und Fakten, die darin enthalten sind und aus denen eigenständiger Inhalt entstehen könnte. Trenne sie so voneinander, dass jede Idee auch für sich allein betrachtet werden kann. Entscheide nicht für mich, welche Idee am interessantesten ist. Frage mich anschließend, welche davon meine Aufmerksamkeit besonders geweckt hat. Das Material ist: [MATERIAL EINFÜGEN]

Besonders hilfreich bei langen Firmtexten, PDFs, Artikeln oder Transkripten.

02
Hilf mir, meine eigene Richtung zu finden
Ich gebe dir gleich fertiges Material. Ich möchte nicht, dass du es umschreibst. Ich möchte auch noch keinen fertigen Beitrag. Hilf mir zuerst herauszufinden, was ich selbst dazu zu sagen habe. Stelle mir Fragen, eine nach der anderen. Frage mich, was mir besonders aufgefallen ist, was ich bereits wusste, was für mich neu war, womit ich einverstanden oder nicht einverstanden bin, ob mich etwas an eine eigene Erfahrung oder ein Gespräch erinnert und was ich selbst anders erklären würde. Vermute meine Antworten nicht. Erfinde keine persönlichen Erfahrungen in meinem Namen. Das Material ist: [MATERIAL EINFÜGEN]

Hier sucht Meta AI noch keinen „interessanten Beitrag“. Es hilft uns zuerst, unsere eigene Reaktion auf das Material zu erkennen.

03
Vom fertigen Material zu meinem eigenen Beitrag
Ich gebe dir zuerst fertiges Ausgangsmaterial und danach meinen eigenen Gedanken dazu. Hilf mir, daraus einen eigenen Beitrag zu entwickeln, der von meiner Perspektive ausgeht und nicht von der Struktur des fertigen Materials. Verwende aus der Quelle nur die Fakten, die für mein gewähltes Thema wirklich notwendig sind. Erfinde keine persönlichen Erfahrungen, Meinungen oder Ergebnisse in meinem Namen. Wenn dir für einen guten Text etwas von mir fehlt, frage mich zuerst, anstatt die Lücke selbst zu füllen. FERTIGES MATERIAL: [MATERIAL EINFÜGEN] DAS MÖCHTE ICH SELBST DAZU SAGEN: [MEINEN GEDANKEN EINFÜGEN]

Diesen Prompt verwenden wir, nachdem wir unsere Richtung bereits gewählt haben.

04
Ist der Beitrag inzwischen wirklich meiner?
Ich gebe dir das ursprüngliche fertige Material und meinen daraus entstandenen Beitrag. Vergleiche beide Texte. Bearbeite keinen der beiden Texte. Zeige mir, welche Teile meines Beitrags meine eigene Meinung, Beobachtung, ein eigenes Beispiel, eine eigene Erklärung oder einen anderen eigenen Gedanken enthalten. Zeige mir auch, welche Teile hauptsächlich das fertige Ausgangsmaterial wiederholen oder nur anders formulieren. Wenn du an einer Stelle keinen eigenen Beitrag von mir erkennst, erfinde ihn nicht. Stelle mir stattdessen eine Frage, die mir hilft zu entscheiden, ob ich dort selbst etwas zu ergänzen habe. FERTIGES MATERIAL: [MATERIAL EINFÜGEN] MEIN BEITRAG: [MEINEN BEITRAG EINFÜGEN]

Besonders nützlich direkt vor dem Veröffentlichen.

01
PROBIEREN SIE ES MIT ECHTEM MATERIAL

Beginnen Sie diesmal nicht mit dem Umschreiben

Nehmen Sie etwas, das Sie in den letzten Tagen wirklich bekommen haben.

Zum Beispiel einen Firmenbeitrag, eine Grafik, ein PDF, ein Video, eine Neuigkeit oder anderes fertiges Material, das Sie verwenden dürfen.

Beginnen Sie nicht sofort damit, den Text umzuschreiben.

Sehen Sie sich das Material zuerst an und notieren Sie, was Ihnen persönlich daran aufgefallen ist.

Wenn Sie dabei feststellen, dass Sie eigentlich gar nichts dazu zu sagen haben, ist auch das völlig in Ordnung.

Nicht jedes fertige Material muss zu Ihrem eigenen Beitrag werden.

Gibt es dagegen etwas, bei dem Ihnen sofort ein eigener Gedanke kommt, beginnen Sie genau dort.

Kehren Sie erst danach zum Ausgangsmaterial zurück und holen Sie die Fakten, die Sie dafür wirklich brauchen.

Sie können dieselbe Übung auch mit Meta AI durchführen und dafür nacheinander die ersten drei Prompts verwenden.

Vergleichen Sie am Ende noch einmal das fertige Ausgangsmaterial mit Ihrem eigenen Beitrag.

DAS ZIEL

Wenn beide Texte über dasselbe Thema sprechen, aber nicht wie zwei Versionen desselben Textes klingen, haben Sie genau das erreicht, worum es in diesem Material geht: Sie haben das Fertige genutzt, ohne es für sich sprechen zu lassen.