SOCIAL MEDIA ACADEMY · UNTERMODUL 02 · LEKTION 10

Links, geteilte Inhalte und kleine Entscheidungen mit Wirkung

Manchmal liegt der Unterschied zwischen zwei Beiträgen nicht im Thema, im Text oder im Bild.

Auch kleine Entscheidungen rund um das Veröffentlichen können verändern, wie Menschen einen Beitrag wahrnehmen und was sie danach tun.

externe Links YouTube Teilen Video Erinnerungen
FACEBOOK BEITRAG eigenständiger Inhalt
THEMA
WWW Website
YouTube
Shop
Erst Inhalt. Dann der nächste Schritt.
KLEINE ENTSCHEIDUNGEN RUND UM DEN BEITRAG

Manchmal unterscheiden sich zwei Beiträge weder beim Thema noch beim Text oder beim Bild.

Der Unterschied steckt in einer kleinen Entscheidung.

Wo haben wir den Link platziert? Haben wir einen eigenen Beitrag erstellt oder einfach einen fremden geteilt? Schicken wir Menschen bereits im Beitrag direkt auf eine andere Plattform?

Solche Details können das Ergebnis beeinflussen.

Bei externen Links lohnt sich ein anderer Aufbau

Wenn ein Link zu einer externen Seite führt, also zum Beispiel zu einer Website, einem Blog, einem Shop, YouTube oder einer Registrierungsseite, können wir den Facebook Beitrag zunächst als eigenständigen Inhalt aufbauen.

Den eigentlichen Link können wir anschließend im ersten Kommentar ergänzen.

PRAKTISCHE ORIENTIERUNG

Der Beitrag sollte zuerst für sich selbst funktionieren. Der Link ist dann der nächste Schritt für Menschen, die mehr wissen möchten.

Dadurch sieht der Leser nicht einfach nur einen Ausgang zu einer anderen Seite.

Er bekommt zuerst einen Gedanken, eine Geschichte oder eine Information direkt auf Facebook.

Danach kann er selbst entscheiden, ob er weitergehen möchte.

„Mehr hier“ ist noch kein Grund zu klicken

Hier wird häufig ein zweiter Fehler gemacht.

ZU WENIG

„Mehr dazu hier 👇“

Wenn ein Mensch noch gar nicht weiß, warum das Thema für ihn interessant sein könnte, hat er wenig Grund, nach einem Link zu suchen.

Wenn wir einen Artikel teilen möchten, können wir erzählen, was uns daran aufgefallen ist.

Wenn wir zu einer Seite mit weiteren Informationen führen möchten, sollte der Beitrag erklären, warum sich ein Besuch dort überhaupt lohnt.

Wenn es um ein längeres Video geht, können wir bereits auf Facebook einen Teil des Themas aufgreifen.

Ein Mensch braucht zuerst einen Grund, mehr wissen zu wollen.

Der Link darf ganz normal erklärt werden

Dafür brauchen wir keine komplizierte Technik.

Wir veröffentlichen zunächst unseren normalen Beitrag.

Danach ergänzen wir einen eigenen Kommentar mit dem externen Link.

„Den Link mit den weiteren Informationen lasse ich hier.“
„Wenn du das vollständige Video sehen möchtest, findest du es hier:“

Das kann auch der eigene Kommentar sein, über den wir bereits in Lektion 5 gesprochen haben.

Wenn wir noch eine kurze Ergänzung und gleichzeitig den Link haben, können wir beides ganz natürlich verbinden.

Sagen Sie dem Menschen, was ihn nach dem Klick erwartet. Nur „Link hier“ sagt fast nichts.

Auch YouTube ist für Facebook eine externe Plattform

Das vergisst man leicht, weil YouTube Links seit Jahren auf Facebook geteilt werden.

Wir veröffentlichen ein neues Video, kopieren den Link, Facebook zeigt eine Vorschau und wir klicken auf „Veröffentlichen“.

Der Klick führt den Menschen trotzdem weg von Facebook.

FACEBOOK eigener Beitrag

Text, Foto oder kurzer Ausschnitt

ERSTER KOMMENTAR Link zum vollständigen Video
YOUTUBE vollständiges Video

Eine praktische Möglichkeit ist deshalb, das Thema zuerst direkt auf Facebook zu erzählen.

Vielleicht mit einem kurzen Text, einem Bild, einem eigenen kurzen Video oder einem Ausschnitt aus dem längeren Video.

Der Link zur vollständigen Version kann danach im ersten Kommentar stehen.

Wenn Sie das Video direkt hochladen können, ist das oft die praktischere Lösung

Einen Link zu einem Video auf einer anderen Plattform zu teilen ist etwas anderes, als das Video direkt auf Facebook hochzuladen.

Bei einem direkt hochgeladenen Video kann der Mensch den Inhalt ansehen, ohne Facebook zu verlassen.

Auch Reaktionen, Kommentare und Gespräche bleiben direkt bei diesem Beitrag.

EXTERNER LINK Der Mensch verlässt Facebook
DIREKT HOCHGELADEN Das Video bleibt Teil des Beitrags

Wenn das vollständige Video sehr lang ist und auf einer anderen Plattform liegt, können Sie auch nur einen kurzen Ausschnitt direkt auf Facebook hochladen.

Im ersten Kommentar kann dann der Link zur vollständigen Version folgen.

WICHTIG BEI VIDEO

Verwenden Sie möglichst die saubere Originaldatei

Wir erstellen ein Video zum Beispiel für TikTok, laden es anschließend herunter und veröffentlichen dieselbe Datei auf Facebook.

Technisch ist das Video nun zwar direkt auf Facebook hochgeladen. Auf dem Bild bleibt aber möglicherweise das Wasserzeichen der anderen Plattform sichtbar.

Das gilt nicht nur für TikTok.

Wenn ein Video ein sichtbares Wasserzeichen, einen Plattformnamen oder einen anderen Hinweis auf eine externe Plattform trägt, ist die saubere Originaldatei die bessere Wahl.

01 Video erstellen
02 Original speichern
03 separat hochladen
Einmal erstellen. Den sauberen Originalclip behalten. Danach separat auf jeder Plattform veröffentlichen.

Teilen und eigener Beitrag sind zwei unterschiedliche Entscheidungen

Manchmal sehen wir einen sehr guten Beitrag und die einfachste Lösung ist: „Teilen“.

Und manchmal ist genau das richtig.

Wenn wir möchten, dass Menschen den Originalautor, den Originalbeitrag oder die dortige Diskussion sehen, ist Teilen vollkommen sinnvoll.

Wenn das Thema aber für unsere eigene Arbeit wichtig ist, können wir auch überlegen, ob ein eigener Beitrag mehr Sinn ergibt.

TEILEN
Der Originalbeitrag soll sichtbar bleiben

Gut, wenn genau dieser Autor, Beitrag oder die Diskussion im Mittelpunkt stehen soll.

EIGENER BEITRAG
Das Thema ist für Ihre Menschen wichtig

Dann können Sie die Information aufgreifen und erklären, warum sie für Sie relevant ist.

Wenn Sie einen fremden Beitrag teilen, sollte man trotzdem verstehen, warum gerade Sie ihn teilen.
„Genau dieser Teil ist mir aufgefallen, weil mir dieselbe Frage in den letzten Wochen mehrfach begegnet ist.“
„Ich teile das vor allem wegen des letzten Abschnitts. Er beschreibt ziemlich genau etwas, das ich selbst ebenfalls beobachte.“

Dafür brauchen wir keinen halben eigenen Artikel.

Zwei oder drei echte Sätze können völlig ausreichen.

UND WAS IST MIT FACEBOOK ERINNERUNGEN?

Nicht einfach erneut teilen und fertig

Facebook erinnert uns regelmäßig an Beiträge, die wir vor einem, zwei, fünf oder noch mehr Jahren am selben Datum veröffentlicht haben.

Natürlich können wir diese Funktion nutzen.

Interessanter wird die Erinnerung aber, wenn wir auch etwas aus unserer heutigen Sicht hinzufügen.

Heute finde ich es lustig.
Heute sehe ich das Thema anders.
Es erinnert mich an einen Menschen.
Ich denke noch immer genauso.
„Das habe ich vor sechs Jahren geschrieben. Und erstaunlicherweise denke ich heute noch genauso.“

So bekommt ein alter Beitrag einen neuen Zusammenhang, statt nur mechanisch wiederholt zu werden.

Wenn eine Erinnerung heute noch einmal gezeigt werden soll, geben Sie ihr auch Ihre heutige Perspektive mit.

Das ist auch im normalen Leben völlig selbstverständlich.

Wenn wir jemandem ein altes Foto zeigen, reichen wir es normalerweise auch nicht schweigend hin.

Wir erzählen etwas dazu.

Derselbe Beitrag in vielen Gruppen kann schnell wie Massenverteilung wirken

Wir haben einen guten Beitrag und möchten, dass mehr Menschen ihn sehen.

Also veröffentlichen wir denselben Inhalt innerhalb kurzer Zeit in vielen Gruppen.

Wenn der Text gleich ist, der Beitrag gleich aussieht und alles fast gleichzeitig passiert, wirkt das schnell wie reine Verteilung.

Gruppe A
Gruppe B
Gruppe C
Gruppe D
überall derselbe Text

Sinnvoller ist es, Gruppen auszuwählen, in denen das Thema wirklich hineinpasst.

Und dort sollten wir als normaler Teil der Community auftreten, nicht nur als jemand, der einen Beitrag verteilt.

Wenn dasselbe Thema in mehreren Gruppen passt, kann auch die Einleitung an den jeweiligen Gesprächszusammenhang angepasst werden.

Viele Links machen einen Beitrag nicht automatisch hilfreicher

Manchmal möchten wir besonders hilfreich sein und setzen deshalb alles in einen Beitrag.

Der Leser weiß am Ende oft gar nicht mehr, wohin er eigentlich gehen soll.

Wenn wir ein Hauptziel haben, reicht normalerweise ein Hauptlink.

Weitere Informationen können später folgen, zum Beispiel im Gespräch oder auf der Seite, auf die wir bereits geführt haben.

EINFACHE ORIENTIERUNG

Eine klare Richtung ist oft hilfreicher als fünf mögliche nächste Schritte.

Der beste Beitrag hilft wenig, wenn der Link danach ins Leere führt

Das klingt selbstverständlich. Trotzdem lohnt sich die Kontrolle.

Manchmal hat der Facebook Beitrag seine Aufgabe perfekt erfüllt.

Der Mensch ist interessiert, klickt auf den Link und genau dort verlieren wir ihn.

Das hat dann nichts mehr mit Facebook zu tun.

Nicht ständig den gesamten Beitrag umbauen

Einen Tippfehler können wir natürlich korrigieren.

Wenn wir nach dem Veröffentlichen aber ganze Absätze, Bilder, Aussagen und die komplette Struktur verändern, haben wir wahrscheinlich einfach zu früh veröffentlicht.

Text noch einmal lesen

Bild prüfen

Link platzieren

dann veröffentlichen

Danach darf der Beitrag erst einmal einfach stehen und seine Arbeit machen.

Beobachten Sie, was bei Ihren Menschen funktioniert

Wir können viele Tipps über Facebook lesen.

Am Ende arbeiten wir aber mit unserem eigenen Profil und unseren eigenen Menschen.

Wenn Sie externe Seiten nutzen, können Sie beobachten, wie sich Beiträge entwickeln, wenn der Link im ersten Kommentar steht.

Bei Videos können Sie vergleichen, was passiert, wenn Sie einen kurzen Teil direkt auf Facebook hochladen und erst danach zur vollständigen Version weiterführen.

Mit der Zeit erkennen Sie eigene Muster.

KEIN LABOR NÖTIG

Wir müssen nicht jeden Beitrag in ein Experiment verwandeln. Es reicht, aufmerksam zu beobachten, was bei unseren Menschen funktioniert.

KI
PRAKTISCHE HILFE MIT KI

Wenn wir einen Link oder fremden Inhalt haben, aber einen eigenen Beitrag möchten

Meta AI oder ChatGPT können hier helfen, aus einer externen Quelle einen eigenen Facebook Gedanken zu entwickeln.

Wichtig bleibt: Nicht einfach den fremden Inhalt neu formulieren lassen.

01
PROMPT · EXTERNER LINK Aus einer externen Seite einen eigenständigen Facebook Beitrag entwickeln
Ich habe eine externe Seite, auf die ich Menschen von Facebook aus aufmerksam machen möchte. Ich gebe dir die Informationen von dieser Seite und erkläre dir, warum ich persönlich darüber sprechen möchte. Setze den Link nicht in den Beitrag. Der Facebook Beitrag soll auch dann verständlich und interessant sein, wenn niemand den externen Link öffnet. Hilf mir, daraus einen eigenständigen Facebook Beitrag zu entwickeln, der bereits für sich selbst einen Wert hat und natürlich Interesse an weiteren Informationen wecken kann. Verwende keine Werbesprache und erfinde keine persönliche Erfahrung für mich. Schlage mir am Ende zusätzlich einen kurzen Text für den ersten Kommentar vor, in den ich anschließend selbst den externen Link einfüge. Hier sind die Informationen: [INFORMATIONEN EINFÜGEN] Darum möchte ich persönlich darüber sprechen: [HIER FREI SCHREIBEN]
02
PROMPT · VIDEO AUF EINER ANDEREN PLATTFORM Ein längeres Video sinnvoll auf Facebook vorstellen
Ich habe ein Video zu folgendem Thema: [THEMA BESCHREIBEN ODER TRANSKRIPT EINFÜGEN] Ich möchte, dass der Facebook Beitrag als eigenständiger Inhalt funktioniert und nicht nur Menschen auffordert, Facebook zu verlassen und das Video auf einer anderen Plattform anzusehen. Schlage mir 3 unterschiedliche Richtungen vor, aus denen ich das Thema auf Facebook erzählen könnte. Sag mir für jede Richtung auch, welcher kurze Teil des Videos sich eignen könnte, um ihn direkt auf Facebook hochzuladen. Schlage zusätzlich für jede Richtung eine natürliche Formulierung für den ersten Kommentar vor, in den ich später selbst den Link zum vollständigen Video einfüge. Verwende keine irreführenden Überschriften und erfinde keine künstliche Sensation, nur damit Menschen klicken.
03
PROMPT · TEILEN ODER SELBST SCHREIBEN Entscheiden, welche Form sinnvoller ist
Ich gebe dir einen fremden Facebook Beitrag, den ich möglicherweise teilen möchte. Lies ihn und hilf mir zu entscheiden, was in diesem Fall sinnvoller ist: Den Originalbeitrag mit einem kurzen eigenen Kommentar zu teilen. Oder einen eigenen Beitrag zu diesem Thema zu erstellen. Schreibe noch keinen fertigen Beitrag. Erkläre mir zuerst, was ich bei beiden Varianten gewinne und was ich möglicherweise verliere, bezogen auf genau den Inhalt, den ich dir gegeben habe. Wenn ein eigener Beitrag sinnvoller erscheint, stelle mir bis zu 3 konkrete Fragen, mit denen wir meine eigene Perspektive zu diesem Thema finden. Ich möchte den fremden Beitrag nicht einfach nacherzählen. Hier ist der Originalbeitrag: [TEXT EINFÜGEN]
GUT ALS GEWOHNHEIT

Kleine Entscheidungen rund um den Beitrag

01
Der Beitrag funktioniert auch ohne externen Link.

Geben Sie bereits auf Facebook einen Grund, warum das Thema interessant ist.

02
Externe Links können im ersten Kommentar stehen.

Schreiben Sie dazu, was der Mensch nach dem Klick findet.

03
Nutzen Sie bei Videos möglichst die saubere Originaldatei.

Veröffentlichen Sie nicht einfach eine heruntergeladene Version mit sichtbarem Wasserzeichen einer anderen Plattform.

04
Teilen Sie fremde Inhalte nicht kommentarlos.

Ein kurzer eigener Gedanke zeigt bereits, warum dieser Inhalt auf Ihrem Profil erscheint.

05
Auch Facebook Erinnerungen dürfen eine neue Perspektive bekommen.

Erzählen Sie, wie Sie den alten Beitrag heute sehen.

06
Prüfen Sie den Link selbst.

Besonders auf dem Smartphone. Der Mensch sollte nach dem Klick sofort verstehen, wo er gelandet ist.

Bevor Sie auf „Veröffentlichen“ klicken, schauen Sie für einen Moment darauf, wie der gesamte Weg für den Menschen auf der anderen Seite aussieht.
IN DER NÄCHSTEN LEKTION

Als Nächstes schauen wir uns eine weitere praktische Frage an, zu der es sehr viele widersprüchliche Empfehlungen gibt: Wie oft und wann sollten wir veröffentlichen?

Wir sprechen auch darüber, warum zwei gute Beiträge, die sehr nah hintereinander erscheinen, sich gegenseitig Aufmerksamkeit wegnehmen können und warum es nicht die eine Uhrzeit gibt, die für jedes Profil funktioniert.