Eigene Inhalte sind stärker als kopierte Inhalte
Unternehmensmaterialien können eine wertvolle Quelle sein. Sie liefern uns Fakten, Daten und genaue Informationen.
Aber unser Facebook Beitrag sollte trotzdem nach uns klingen. Nicht nach einem Text, den zwanzig andere Menschen genauso veröffentlichen könnten.
In Partnergruppen bekommen wir regelmäßig fertige Materialien. Das Unternehmen kündigt ein neues Produkt, eine Aktion oder ein Event an und zusammen mit den Informationen kommen oft ein Bild und ein fertiger Text.
Danach öffnen wir Facebook und sehen denselben Beitrag immer wieder. Ein Partner veröffentlicht ihn, dann der nächste, dann der nächste.
Manchmal wurden ein paar Emojis verändert oder der erste Satz ausgetauscht. Der eigentliche Text bleibt aber fast derselbe.
Genau diesen Gewohnheit dürfen wir verändern.Unternehmensmaterial ist nicht das Problem
Offizielle Materialien sind wichtig. Dort finden wir den richtigen Produktnamen, Inhaltsstoffe, Aktionsbedingungen, Daten, Preise und andere Informationen, die wir nicht selbst erfinden sollten.
Genau dafür sind solche Materialien wertvoll.
Es ist etwas anderes, Unternehmensinformationen zu nutzen, als einen fertigen Unternehmensbeitrag einfach zu kopieren.
Originalität bedeutet nicht, ständig etwas völlig Neues zu erfinden
In den letzten Jahren hat Meta Originalinhalte stärker in den Mittelpunkt gestellt und mehrfach erklärt, dass kopierte oder wiederverwendete Inhalte ohne eigenen Mehrwert weniger attraktiv für die Verbreitung sein können.
Für unsere Arbeit ist die praktische Seite viel interessanter als die technische.
Wenn ein Unternehmen mehrere tausend Partner hat, ist es überhaupt kein Problem, dass viele von ihnen über dasselbe neue Produkt sprechen.
Problematisch wird es erst, wenn alle dasselbe mit nahezu demselben Text erzählen.
Vielleicht interessiert Sie ein bestimmter Bestandteil oder eine konkrete Information.
Wenn Sie das Produkt bereits kennen, können Sie Ihre eigene Erfahrung einbringen.
Eine Kundenfrage kann der Ausgangspunkt für einen Beitrag sein.
Vielleicht möchten Sie einen Inhaltsstoff genauer kennenlernen und später erzählen, was Sie herausgefunden haben.
Die Quelle kann für alle gleich sein. Die Beiträge können trotzdem völlig unterschiedlich werden, weil Menschen unterschiedliche Dinge darin entdecken.
Drei geänderte Wörter machen einen Text noch nicht zu Ihrem
Es gibt eine Zwischenlösung, die auf den ersten Blick sinnvoll wirkt.
Wir nehmen den fertigen Unternehmenstext und sagen zur KI:
Danach erhalten wir fast dieselbe Aussage mit anderen Formulierungen.
Und wir denken: Jetzt ist es mein Beitrag.
Nur ist er das noch nicht.
Dasselbe gilt, wenn wir den Text selbst etwas verändern. Eine neue Überschrift, zwei verschobene Sätze, ein persönlicher Anfang und danach wieder fast derselbe Inhalt.
Nutzen Sie fertiges Material als Quelle für Fakten und nicht als Text, den Sie nur anders formulieren müssen.
So bleiben die Fakten korrekt, aber der Beitrag bekommt einen eigenen Autor.
Wie sieht das in der Praxis aus?
Nehmen wir ein ganz einfaches Beispiel.
Das Unternehmen stellt ein neues Kaffeeprodukt vor und liefert einen fertigen Text mit Inhaltsstoffen, Eigenschaften und Anwendung.
Wir kopieren das Material oder geben es der KI mit der Bitte, daraus einen attraktiveren Text zu machen.
Andere Wörter, aber fast nichts von uns.Wir beginnen mit etwas, das uns wirklich passiert ist, interessiert oder neugierig gemacht hat.
Die offiziellen Informationen kommen nur dort hinein, wo genaue Fakten gebraucht werden.„Seit einigen Tagen sieht mein Kaffee am Morgen ein bisschen anders aus. Der Grund ist eigentlich nicht der Geschmack, sondern das, was darin steckt...“
Von dort aus können Sie erzählen, warum Sie das Produkt ausprobiert haben, was Sie an der Zusammensetzung interessiert oder was Sie darüber wichtig finden.
Unternehmensbilder dürfen natürlich weiterhin verwendet werden
Wir müssen nicht in das andere Extrem geraten und plötzlich alles ablehnen, was ein Unternehmen zur Verfügung stellt.
Wenn Sie ein neues Produkt vorstellen, kann ein offizielles Produktbild die beste Möglichkeit sein, damit Menschen sehen, wie das Produkt aussieht.
Bei einer konkreten Aktion kann ein offizielles Bild wichtige Informationen enthalten.
Wenn Ihr Profil aber wochenlang wie eine Kopie der offiziellen Unternehmensseite aussieht, verlieren Sie etwas viel Wichtigeres: sich selbst.
Wenn es sinnvoll ist und genaue Darstellung wichtig ist.
Das Produkt so, wie es tatsächlich in Ihrem Alltag vorkommt.
Ihre eigene Situation oder Ihre eigene Erklärung.
Wenn die Geschichte selbst im Mittelpunkt steht.
Wer Ihr Profil besucht, sollte das Gefühl haben, bei einer Person gelandet zu sein und nicht in einem weiteren Produktkatalog.
Teilen ist etwas anderes als Kopieren
Manche Beiträge sind einfach so gut, dass wir sie weitergeben möchten.
Dann gibt es keinen Grund, einen fremden Text abzuschreiben und so zu tun, als wäre er unser eigener.
Wir können ganz normal die Teilen Funktion benutzen.
Manchmal reicht ein einziger Satz dazu: Was genau hat Sie angesprochen? Warum finden Sie den Beitrag lesenswert?
Wenn ein fremder Beitrag dagegen nur eine neue eigene Idee ausgelöst hat, können Sie daraus einen eigenen Text entwickeln.
Ideen entstehen selten im luftleeren Raum. Wir hören etwas in einem Gespräch, lesen ein Buch, sehen ein Video oder stoßen auf einen Beitrag und beginnen danach selbst nachzudenken.
KI kann sehr hilfreich sein, wenn wir ihr zuerst etwas von uns geben
Meta AI und ChatGPT können an dieser Stelle sehr nützlich sein.
Die Aufgabe „Schreibe mir einen Facebook Beitrag über dieses Produkt“ produziert aber sehr schnell einen Text, der fast jedem gehören könnte.
Je mehr von Ihnen bereits am Anfang vorhanden ist, desto kleiner ist die Gefahr, dass am Ende ein austauschbarer KI Text entsteht.
Beginnen Sie nicht mit der KI.
Beginnen Sie mit dem, was Sie selbst sagen möchten. Danach kann KI helfen, es zu strukturieren, zu prüfen oder sprachlich zu verbessern.
Dreißig unterschiedliche KI Texte können trotzdem gleich klingen
KI macht das Erstellen von Inhalten sehr viel einfacher.
Genau dadurch entsteht aber auch ein neues Problem.
Früher konnten dreißig Partner denselben Unternehmenstext veröffentlichen.
Heute können dieselben dreißig Partner den Text an eine KI geben und alle dieselbe Aufgabe stellen:
Die Ergebnisse werden vielleicht nicht Wort für Wort identisch sein.
Sie können aber trotzdem sehr ähnlich klingen.
Beginnen Sie nicht mit KI. Beginnen Sie mit dem, was Sie selbst sagen möchten.
Ein fertiges Material muss nicht sofort kopiert werden
Wenn ein fertiger Unternehmenstext vor Ihnen liegt, müssen Sie ihn nicht ablehnen.
Drücken Sie nur nicht sofort auf Kopieren.
Fragen Sie sich zuerst, was daran Sie wirklich interessiert und warum Sie genau dieses Thema auf Ihrem Profil erzählen möchten.
Wenn Sie eigene Erfahrungen haben, können Sie sie einbringen.
Wenn Sie das Produkt noch nicht verwendet haben, tun Sie nicht so, als hätten Sie eigene Erfahrungen damit.
Vielleicht interessiert Sie die Idee, ein bestimmter Inhaltsstoff oder etwas, das Sie bei der Beschäftigung mit dem Thema gelernt haben.
Das reicht vollkommen als eigener Ausgangspunkt.
Und manchmal werden Sie merken, dass Sie zu einer bestimmten Unternehmensnachricht gerade überhaupt nichts Eigenes zu sagen haben.
Wenn Sie fertiges Material verwenden
Einen Fakt, eine Idee, eine Neuigkeit, Produktinformationen oder etwas, das mir persönlich aufgefallen ist?
Erfahrung, Beobachtung, eine Kundenfrage, eine Meinung oder einen echten Grund, darüber zu sprechen?
Wenn nicht, klingt der Text wahrscheinlich noch zu sehr nach Unternehmen, Werbung oder KI.
Wenn nicht, müssen Sie nicht jede Unternehmensnachricht posten.
Als Nächstes schauen wir uns die Wörter und Formulierungen genauer an, die wir in unseren Beiträgen verwenden. Wir sprechen darüber, warum ein eigentlich guter Text durch bestimmte Formulierungen sehr werblich oder spamartig wirken kann und wie wir das vermeiden, ohne Angst vor Facebook zu bekommen.
