Untermodul 11 · Lektion 1

Wir brauchen kein fremdes System, sondern eine Arbeitsweise, die wir dauerhaft umsetzen können

Jetzt geht es nicht mehr darum, noch mehr über Social Media zu lernen. Es geht darum, aus allem Gelernten eine Arbeitsweise zu machen, die in unser echtes Leben passt.

Willkommen im letzten Untermodul unserer Social Media Academy.

Bis hierher haben wir über vieles gesprochen: über unser Profil, Inhalte, Themen, Relevanz, unser Business, Gespräche mit Menschen, neue Kontakte und die Arbeit mit KI. Da ist inzwischen einiges zusammengekommen.

Jetzt kommt der Moment, in dem all das irgendwie in unser ganz normales Leben passen muss. 😄

Denn es ist eine Sache zu wissen, was wir auf Facebook alles machen können. Eine ganz andere Sache ist es, das Woche für Woche tatsächlich umzusetzen, ohne dass wir nach zwei Monaten von unserem eigenen System genug haben.

Der Ausgangspunkt Es gibt nicht den einen richtigen Weg, mit Social Media zu arbeiten.

Eine gute Methode muss nicht automatisch unsere Methode sein

Ich kann Ihnen zeigen, wie ich arbeite. Ein anderer Mensch kann Ihnen sein System zeigen. Wir können Schulungen besuchen und Menschen zuhören, die uns erklären, wie oft wir posten sollten, wann wir Videos aufnehmen, wie viel Zeit wir für Kommentare einplanen und wann wir auf Nachrichten antworten sollten.

All das kann hilfreich sein.

Das Problem beginnt erst dann, wenn wir die Arbeitsweise eines anderen Menschen nehmen und versuchen, sie über unser eigenes Leben zu ziehen, als hätten wir eine Hose eine Nummer zu klein gekauft und beschlossen, dass sie irgendwie schon passen wird. 😄

2 Stunden

Jemand hat jeden Tag zwei Stunden, die er ganz in Ruhe für Social Media nutzen kann.

30 Minuten

Jemand anderes hat abends eine halbe Stunde, nachdem Arbeit, Haushalt und Familie erledigt sind.

Diese beiden Menschen können nicht auf dieselbe Weise arbeiten. Und das bedeutet nicht, dass einer von ihnen sein Business ernster nimmt als der andere.

Es bedeutet nur: Ihr Leben ist unterschiedlich.

Auch Inhalte entstehen nicht bei jedem auf dieselbe Weise

Manche Menschen setzen sich hin und schreiben in einer halben Stunde einen wunderbaren Text. Schreiben fällt ihnen leicht.

Andere schauen zehn Minuten lang auf das leere Feld bei Facebook, schreiben einen Satz, löschen ihn wieder, schreiben den nächsten, löschen auch den und entscheiden irgendwann, dass der Algorithmus heute eben nichts von ihnen bekommt. 😂

Schreiben

Manche Menschen denken am besten, während sie schreiben. Ihre Gedanken finden auf dem Papier fast von allein zusammen.

Sprechen

Geben Sie einem anderen Menschen ein Telefon und lassen Sie ihn zwei Minuten sprechen. Plötzlich ist alles da, was beim Schreiben gefehlt hat.

Bild und Geschichte

Wieder jemand anderes fühlt sich vor der Kamera überhaupt nicht wohl, kann aber ein starkes Foto machen und dazu eine Geschichte erzählen.

Es gibt hier keine bessere und keine schlechtere Variante.

Genau das dürfen wir uns in diesem letzten Untermodul erlauben: Wir hören auf, einer Vorstellung hinterherzulaufen, wie man in Social Media angeblich arbeiten „muss“, und schauen stattdessen, wie wir selbst damit arbeiten können.

Besonders im Network Marketing gibt es sehr viele fertige Systeme

Sie kennen solche Pläne vielleicht:

01 Morgens zuerst diese Aufgabe erledigen.
02 Bei einer bestimmten Anzahl von Menschen kommentieren.
03 Eine bestimmte Anzahl neuer Kontakte hinzufügen.
04 Einen Beitrag veröffentlichen.
05 Eine Story machen.
06 Menschen anschreiben.
07 Am Abend prüfen, wer reagiert hat.

Auf dem Papier kann das wunderbar aussehen.

Wenn ich aber jeden Tag eine Liste mit fünfzehn Punkten abarbeiten muss, fühlt sich Facebook irgendwann nicht mehr wie ein soziales Netzwerk an.

Dann fühlt es sich eher wie ein zweiter Job an, mit einem Chef, der in meinem Handy wohnt. 😄

Wir haben in dieser Academy über etwas anderes gesprochen

Nämlich über eine normale Präsenz.

Ein Profil, auf dem man den Menschen sieht.
Themen, die tatsächlich zu uns gehören.
Unser Business zeigen, ohne das Profil in einen Katalog zu verwandeln.
An Gesprächen teilnehmen, weil wir wirklich etwas zu sagen haben.
Nicht kommentieren, nur weil jemand uns zehn Kommentare als Tagesaufgabe gegeben hat.
Neue Kontakte kennenlernen, ohne beim ersten Like sofort Kunde oder Partner zu sehen.

Genau das sollte auch dann erhalten bleiben, wenn wir beginnen, unsere Arbeit zu organisieren.

Sonst können wir sehr leicht all die guten Dinge, die wir bis hierher gelernt haben, einfach in eine neue Liste von Pflichten verwandeln.

Und genau das brauchen wir nicht.

Organisation ja. Ein starres Schema nein.

Natürlich brauchen wir Organisation.

Wenn wir ein Business aufbauen, können wir uns nicht ausschließlich auf Inspiration verlassen und Facebook einmal alle drei Wochen öffnen, wenn uns zufällig gerade danach ist.

Es gibt aber einen großen Unterschied zwischen etwas Struktur und einem Schema, das überhaupt nicht zu unserem Leben passt.

Organisation

Zeit bewusst reservieren

Ich entscheide zum Beispiel, mir zweimal pro Woche in Ruhe Zeit zu nehmen, um etwas für meine nächsten Beiträge vorzubereiten.

Starres Schema

Inhalte nach Kalender produzieren

Montag Motivation, Dienstag Produkt, Mittwoch etwas Persönliches und Donnerstag unbedingt die Business-Möglichkeit.

Im zweiten Fall passiert schnell etwas Merkwürdiges: Es ist Mittwoch, nichts Besonderes ist passiert, aber der Kalender verlangt einen persönlichen Beitrag. Also beginnen wir zu überlegen, welches persönliche Erlebnis wir jetzt erfinden könnten. 😄

Mit der natürlichen Präsenz, über die wir die ganze Zeit gesprochen haben, hat das nicht mehr besonders viel zu tun.

Deshalb beginnen wir nicht mit einem fertigen Wochenplan

In diesem Untermodul bekommen Sie keinen universellen Kalender, den anschließend alle kopieren sollen.

Wir schauen stattdessen auf unser eigenes Leben.

1 Wie viel Zeit habe ich tatsächlich?
2 Wann kann ich am besten Inhalte erstellen?
3 Welche Art von Inhalten fällt mir natürlich?
4 Wie pflege ich meine Kontakte?
5 Wo findet mein Business seinen Platz?
6 Wo kann KI mir wirklich helfen?
7 Und was kann ich ganz einfach weglassen?

Manchmal wird eine gute Arbeitsweise besser, wenn wir etwas weglassen

Die letzte Frage ist besonders wichtig.

Denn manchmal entsteht eine gute Arbeitsweise nicht dadurch, dass wir noch etwas hinzufügen. Manchmal wird sie besser, wenn wir etwas entfernen, das uns ständig belastet und gleichzeitig kaum etwas bringt.

Weniger kann sinnvoller sein Eine gute Arbeitsweise muss nicht möglichst viele Aufgaben enthalten. Sie muss zu unserem Alltag passen und langfristig funktionieren.

Vielleicht stellen Sie fest, dass Sie überhaupt keine fünf Videos pro Woche machen möchten.

Wunderbar. Dann machen Sie keine fünf.

Vielleicht ist es für Sie viel leichter, sich einmal eine Stunde hinzusetzen und zwei Beiträge vorzubereiten, als jeden Tag neu zu überlegen, was Sie schreiben könnten.

Dann machen Sie es genau so.

Es kann aber auch genau umgekehrt sein. Manche Menschen mögen es überhaupt nicht, Beiträge im Voraus vorzubereiten. Sie erleben etwas, ihnen kommt ein Gedanke und genau dann schreiben sie am besten.

Für einen solchen Menschen kann eine streng geplante Woche eher hinderlich sein.

Dabei müssen wir allerdings ehrlich mit uns selbst sein

„Das ist nicht meine Art“ kann vollkommen richtig sein.

Manchmal ist es aber auch nur eine sehr bequeme Bezeichnung für: „Darauf habe ich gerade keine Lust.“ 😄

Die wichtige Unterscheidung Passt diese Aufgabe wirklich nicht zu mir, oder vermeide ich gerade etwas, das trotzdem zu meinem Business gehört?

Diese Grenze muss jeder für sich selbst erkennen.

Eine eigene Arbeitsweise bedeutet nicht, dass wir nur noch Dinge machen, die uns Spaß machen. In einem Business wird es immer Aufgaben geben, die einfach erledigt werden müssen.

Wir können unsere Arbeit aber so organisieren, dass wir nicht ständig gegen uns selbst arbeiten.

Genau darum geht es in diesem letzten Untermodul

Nach all diesen Lektionen möchte ich nicht, dass Sie die Academy mit dem Gedanken verlassen: „Jetzt habe ich noch hundert weitere Dinge, die ich auf Facebook machen muss.“

Ich möchte, dass Sie alles Gelernte anschauen und auswählen können, was für Sie wirklich sinnvoll ist.

Sie sollten wissen, warum Sie etwas tun.

Sie sollten wissen, wann Sie es tun.

Und Sie sollten es lange genug umsetzen können, damit es überhaupt eine Chance bekommt, Ergebnisse zu bringen.

Ein großartiges System, das wir elf Tage durchhalten, hilft uns nicht besonders viel.

Viel wertvoller ist eine Arbeitsweise, die auf dem Papier vielleicht weniger beeindruckend aussieht, die wir aber über Monate und Jahre beibehalten können.

Eine Arbeitsweise, die wir verändern können, wenn sich unser Leben verändert.

Und vor allem eine, in der wir selbst bleiben können.

In der nächsten Lektion

Wie viel Zeit kann ich wirklich für Social Media einplanen?

Wir beginnen nicht mit der Frage, wie viel Zeit wir für Social Media einplanen sollten. Wir schauen zuerst, wie viel Zeit in unserem echten Alltag tatsächlich vorhanden ist. Denn erst daraus kann eine Arbeitsweise entstehen, die nicht für jemand anderen funktioniert, sondern für uns.