25 Mythen über das Facebook Profil
Rund um Facebook Profile gibt es unzählige Tipps, die von Mensch zu Mensch weitergegeben werden und irgendwann wie offizielle Regeln klingen.
Manche sind schlicht falsch. Andere entstehen aus einer echten Beobachtung, werden aber später zu einer absoluten Aussage. Und manches ist eine sinnvolle Praxis, obwohl Facebook es nie als Regel formuliert hat.
Deshalb teilen wir auf dieser Seite nicht alles nur in „wahr“ und „falsch“ ein.
Wir schauen, was Meta tatsächlich über eine Funktion beschreibt, was eine vernünftige praktische Empfehlung ist und wo die Grundlage einfach nicht ausreicht, um etwas als feste Facebook Regel zu behandeln.
Welche Aussage haben Sie schon gehört?
„Der Professionelle Modus verwandelt mein persönliches Profil in eine Business Seite.“
Wenn Sie den Professionellen Modus aktivieren, wird kein neues Profil erstellt und Ihr persönliches Profil wird nicht zu einer Facebook Seite.
Meta ergänzt professionelle Werkzeuge zu Ihrem bestehenden Profil. Freunde, Follower und vorhandene Inhalte bleiben im selben Profil.
Genau deshalb eignet sich diese Funktion, wenn jemand dasselbe Profil persönlich und professionell nutzen möchte.
„Wenn ich den Professionellen Modus aktiviere, werden alle meine Beiträge öffentlich.“
Sie können weiterhin öffentlich oder nur für Freunde veröffentlichen.
Die bestehenden Privatsphäre Einstellungen werden durch die Aktivierung des Professionellen Modus nicht automatisch verändert.
Die Zielgruppe bleibt eine Entscheidung für den jeweiligen Inhalt.
„Der Professionelle Modus erhöht automatisch meine Sichtbarkeit.“
Der Professionelle Modus bietet professionelle Werkzeuge, Statistiken und Möglichkeiten, öffentliches Material auch Menschen außerhalb Ihres Freundeskreises zugänglich zu machen.
Das bedeutet aber nicht, dass jeder Beitrag automatisch häufiger gezeigt wird.
Eine Funktion einzuschalten macht einen Beitrag nicht automatisch interessant.
„Wenn ich Facebook beruflich nutze, brauche ich unbedingt eine Facebook Seite.“
Wenn ein Unternehmen, eine Marke oder ein Produkt als eigene Organisation dargestellt werden soll, ist eine Facebook Seite ein logisches Werkzeug.
Wenn Sie dagegen aus Ihrem persönlichen Profil öffentliche Inhalte für eine größere Zielgruppe teilen möchten, kann der Professionelle Modus genutzt werden.
Für den Ansatz, den wir in diesem Untermodul behandeln, kann das persönliche Profil eine ganz reale professionelle Rolle übernehmen.
„Ich muss jede Freundschaftsanfrage annehmen, damit mein Profil wächst.“
Folgen und Facebook Freundschaft sind nicht dasselbe.
Im Professionellen Modus können Menschen öffentliche Beiträge verfolgen, ohne mit Ihnen befreundet zu sein.
Nicht jeder Mensch, der Interesse an Ihren Inhalten zeigt, muss deshalb automatisch in Ihrer Freundesliste landen.
„Jeder Follower ist ein potenzieller Kunde.“
Das ist weniger ein technischer Facebook Mythos als eine falsche Business Annahme.
Ein Mensch kann Ihnen folgen, weil er Ihre Art zu schreiben mag, sich für ein bestimmtes Thema interessiert, Ihren Humor mag oder einfach einen Kommentar von Ihnen interessant fand.
„Wenn ich mein Profil professionell nutze, muss ich jeden Tag veröffentlichen.“
Es gibt keine offizielle Meta Regel, nach der ein persönliches Profil jeden Tag etwas veröffentlichen muss, um professionell genutzt werden zu können.
Häufigeres Veröffentlichen kann mehr Gelegenheiten schaffen, bei denen Menschen auf Ihre Inhalte treffen.
Ein Beitrag nur deshalb, damit überhaupt etwas veröffentlicht wurde, ist aber noch keine Strategie.
„Je mehr Freunde ich habe, desto stärker ist mein Profil.“
Die Zahl der Freunde sagt wenig darüber aus, welche Beziehung zu diesen Menschen besteht.
Ein Profil mit 5000 Freunden, mit denen kaum Kommunikation stattfindet, ist nicht automatisch hilfreicher als ein wesentlich kleineres, aber wirklich verbundenes Netzwerk.
Für ein professionelles Profil zählt nicht nur, wie viele Menschen darum herum existieren, sondern auch, ob Inhalte und Gespräche tatsächlich Verbindungen schaffen.
„Mein Profilbild kann vor fremden Menschen verborgen werden.“
Das aktuelle Profilbild gehört zu den öffentlich sichtbaren Informationen auf Facebook.
Bei älteren Profilbildern können die Privatsphäre Einstellungen unterschiedlich sein.
Genau deshalb ist die Auswahl des aktuellen Profilbildes besonders wichtig.
„Mein Titelbild sehen nur meine Freunde.“
Das aktuelle Titelbild ist öffentlich.
Jeder Mensch, der Ihr Profil öffnet, kann es sehen.
Das bedeutet nicht, dass daraus Werbung werden muss. Gerade weil es so sichtbar ist, lohnt sich eine bewusste Auswahl.
„Wenn ich einen Beitrag aus meinem Profil verberge, kann ihn niemand mehr sehen.“
Einen Beitrag aus dem Profil auszublenden und seine Zielgruppe einzuschränken sind zwei unterschiedliche Dinge.
Beiträge und Fotos, die im Profil verborgen wurden, können für die ursprünglich gewählte Zielgruppe an anderen Stellen auf Facebook weiterhin sichtbar bleiben.
Wenn Sie beeinflussen möchten, wer den Inhalt sehen kann, prüfen Sie die Zielgruppe des Beitrags selbst.
„Anzeigen als zeigt mir, wer mein Profil besucht hat.“
„Anzeigen als“ zeigt Ihnen, wie die öffentliche Version Ihres eigenen Profils für Menschen außerhalb Ihrer Freundesliste aussieht.
Die Funktion zeigt keine Profilbesucher.
„Es gibt eine App, die mir zeigt, wer mein Profil angesehen hat.“
Facebook bietet keine offizielle Funktion, über die Sie eine Liste der Profilbesucher erhalten.
Apps oder Webseiten, die eine solche Funktion versprechen, sind kein Grund, ihnen Zugang zu Ihrem Facebook Konto zu geben.
„Wenn ich die Überprüfung von Markierungen aktiviere, kann mich niemand mehr markieren.“
Die Überprüfung verhindert nicht die Markierung selbst.
Sie ermöglicht Ihnen zu entscheiden, ob ein Beitrag, in dem Sie markiert wurden, auch auf Ihrem Profil erscheinen soll.
Der Beitrag selbst kann entsprechend seiner Zielgruppe an anderen Stellen auf Facebook sichtbar bleiben.
„Wenn ich einen markierten Beitrag nicht bestätige, verschwindet er von Facebook.“
Der Beitrag wird lediglich nicht auf Ihrem Profil angezeigt.
Er kann je nach Zielgruppe im Feed, bei der Suche oder im Profil des Menschen, der ihn veröffentlicht hat, weiterhin sichtbar sein.
Dieser Unterschied ist wichtig.
„Ich kann nicht verhindern, dass Freunde direkt auf meinem Profil veröffentlichen.“
Im Bereich „Profile and tagging“ gibt es die Einstellung „Who can post on your profile?“.
Diese kann auf „Only Me“ gestellt werden.
Das verhindert nicht, dass Freunde Beiträge kommentieren, die sie sehen können.
„Wenn andere nicht direkt auf meinem Profil posten dürfen, wirke ich unnahbar.“
Diese Einstellung kontrolliert lediglich, wer einen neuen Beitrag direkt auf Ihrem Profil erstellen kann.
Menschen können weiterhin auf Ihre Beiträge reagieren, kommentieren und Ihnen schreiben, abhängig von Ihren übrigen Einstellungen.
Bei einem Profil, das auch professionell genutzt wird, ist es vollkommen nachvollziehbar, selbst zu entscheiden, was direkt auf der eigenen Profilseite erscheint.
„Um authentisch zu wirken, muss ich meine Familie und mein Privatleben zeigen.“
Das ist keine Facebook Regel und keine Voraussetzung für eine menschliche Präsenz.
Menschen können Sie über Ihre Meinungen, Geschichten, Interessen, Erfahrungen und die Art, wie Sie kommunizieren, kennenlernen.
„Ein professionelles persönliches Profil muss wie eine Marke aussehen.“
Profilbild, Titelbild, jedes Foto und jeder Beitrag müssen nicht dieselbe Farbwelt haben.
Ein wiedererkennbarer visueller Stil kann angenehm sein. Das persönliche Profil ist aber kein Firmenkatalog.
Wiedererkennbarkeit entsteht auch durch Themen, Haltung und die eigene Art, über etwas zu sprechen.
„Je mehr Informationen ich in Bio und Intro eintrage, desto professioneller wirkt mein Profil.“
Mehr Informationen bedeuten nicht automatisch mehr Klarheit.
Nicht jedes mögliche Feld muss öffentlich ausgefüllt werden.
„Der Name meines Unternehmens muss unbedingt in meine Bio.“
Das ist eine persönliche Entscheidung.
Wenn das Unternehmen die zentrale Information ist, mit der Menschen Sie verbinden sollen, kann der Name dort stehen.
Wenn zuerst Ihre berufliche Richtung und Ihre Themen sichtbar sein sollen, ist der Unternehmensname nicht zwingend notwendig.
„Wenn ich Produkte nicht zeige, wird niemand verstehen, was ich anbiete.“
Sie können über ein Problem, eine Gewohnheit, eine Erfahrung, eine Veränderung, ein Thema oder eine Beobachtung sprechen, ohne dass jeder Beitrag mit einer Produktverpackung beginnt.
Das bedeutet nicht, dass Produkte niemals gezeigt werden dürfen.
Sie sind nur nicht die einzige Möglichkeit, über die eigene Arbeit zu sprechen.
„Mein angehefteter Beitrag muss alles über mich und mein Business erklären.“
Ein angehefteter Beitrag ist praktisch für ein erstes Kennenlernen.
Er muss aber nicht gleichzeitig Lebenslauf, Unternehmenspräsentation und Vergütungsplan sein.
Es reicht, wenn ein Mensch etwas besser versteht, wer hinter dem Profil steht und in welche Richtung Sie arbeiten.
Alles andere kann später im Gespräch entstehen.
„Wenn ich mein Profil einmal vorbereitet habe, muss ich später nichts mehr verändern.“
Ein Profil verändert sich zusammen mit dem Menschen.
Arbeit, Interessen, Art der Kommunikation, Fotos und persönliche Grenzen können sich verändern.
Deshalb ist ein gelegentlicher kurzer Blick sinnvoller als die Vorstellung, ein Profil einmal für immer zu optimieren.
Sie müssen es nicht ständig umbauen. Prüfen Sie einfach gelegentlich, ob es Sie noch richtig repräsentiert.
„Es gibt das perfekte Facebook Profil und wenn ich alle Regeln befolge, kann ich es bauen.“
Es gibt technische Einstellungen, die wir prüfen können.
Es gibt praktische Vorgehensweisen, die hilfreich sein können.
Und es gibt Dinge, die einen fremden Menschen offensichtlich verwirren können.
Aber es gibt nicht das eine Profilbild, die eine Bio, die richtige Zahl persönlicher Beiträge oder die perfekte Kombination, die für jeden Menschen funktioniert.
Das Profil sollte verständlich und aktuell sein und den wirklichen Menschen dahinter erkennen lassen.
Lernen Sie diese 25 Mythen nicht auswendig
Viel hilfreicher ist, bei einem sehr kategorischen Facebook Tipp zu erkennen, welche Art von Aussage vor Ihnen liegt.
Manchmal hat Meta tatsächlich beschrieben, wie eine bestimmte Funktion arbeitet. Dann lässt sich die offizielle Information prüfen.
Manchmal handelt es sich um eine praktische Beobachtung, die sinnvoll sein kann, aber keine Regel der Plattform ist.
Und manchmal wird einfach etwas wiederholt, das jemand vor Jahren irgendwo gehört hat.
Genau diese Unterscheidung brauchen wir auch in den nächsten Untermodulen.
Je tiefer wir in Inhalte und deren Verbreitung auf Facebook einsteigen, desto mehr angeblich absolute Wahrheiten werden uns begegnen.
