Von werblich zu menschlich
Wie wir nicht nur einzelne Wörter austauschen, sondern die ganze Art verändern, wie ein Beitrag klingt.
Denn manchmal verschwinden Wörter wie „Aktion“, „bestellen“ oder „mach mit“ und trotzdem bleibt der Text dieselbe Werbung.
„Nur noch heute! Jetzt bestellen und diese Gelegenheit nicht verpassen!“
„Für alle, die mich diese Woche danach gefragt haben: Die Bedingungen gelten noch bis heute Abend.“
Nach den ersten beiden Materialien haben Sie bereits viele Wörter und Formulierungen gesehen, bei denen es sinnvoll ist, genauer hinzuschauen.
Dabei gibt es aber eine einfache Falle.
Wir entdecken Wörter wie „Aktion“, „bestellen“, „mach mit“ oder „Einkommen“, ersetzen sie und glauben, der Beitrag sei damit automatisch besser.
Manchmal sind danach zwar die Wörter anders, aber der Text klingt noch immer wie dieselbe Werbung.
Deshalb verändern wir hier nicht einzelne Begriffe. Wir schauen auf die gesamte Art zu erzählen.
„Wir haben eine unglaubliche Aktion!“
„Wir haben eine unglaubliche Aktion! Nur bis Sonntag erhalten Sie 20 % Rabatt. Verpassen Sie diese Gelegenheit nicht! Bestellen Sie jetzt!“
„Wenn Sie schon eine Weile überlegen, es auszuprobieren, ist diese Woche vielleicht ein passender Moment. Bis Sonntag liegt der Preis 20 % niedriger. Ich erwähne es, weil danach wieder der reguläre Preis gilt.“
Wir haben nicht verschwiegen, dass der Preis niedriger ist.
Wir haben nur die werblichen Ausrufe und das Drängen entfernt.
Der Mensch bekommt die Information und entscheidet selbst, was er damit macht.
„Ich suche 5 motivierte Menschen“
„Ich suche 5 motivierte Menschen, die ihr Leben verändern und sich ein eigenes Business aufbauen möchten.“
„In letzter Zeit haben mich einige Menschen gefragt, wie meine Arbeit eigentlich aussieht und ob man damit anfangen kann, wenn man vorher noch nie in diesem Bereich gearbeitet hat. Ja, das kann man. Aber ich würde es nicht als leichte Arbeit vom Handy darstellen. Es gibt einiges zu lernen und einiges zu tun. Wenn jemand ernsthaft über eine solche Richtung nachdenkt, zeige ich gern, wie diese Arbeit in der Praxis aussieht.“
Im ersten Text brauchen wir fünf Menschen.
Im zweiten Text haben wir etwas, das wir einem Menschen zeigen können, der sich tatsächlich für diese Arbeitsweise interessiert.
„Werde Teil meines Teams“
„Werde Teil meines Teams! Du bekommst Schulung, Unterstützung und alles, was du für einen erfolgreichen Start brauchst.“
„Wenn ich mit einem neuen Menschen anfange, ist mir eines besonders wichtig: Ich möchte ihn nicht nach der Anmeldung mit einem Stapel Materialien alleinlassen, die er selbst irgendwie verstehen soll. Die ersten Schritte gehen wir gemeinsam. Nach und nach kommt der Punkt, an dem er weiß, wie er selbstständig weiterarbeiten kann. Genau so ergibt die Zusammenarbeit mit Menschen, die neu beginnen, für mich Sinn.“
Wir sprechen noch immer über Schulung und Unterstützung.
Aber statt sie als Teil eines Angebots zu versprechen, zeigen wir, wie diese Unterstützung tatsächlich aussieht.
„Jetzt bestellen“
„Das neue Produkt ist endlich verfügbar! Bestellen Sie jetzt und gehören Sie zu den Ersten, die es ausprobieren.“
„Das Produkt ist neu und ich habe noch nicht genug eigene Erfahrung damit, um Ihnen zu erzählen, wie großartig es ist. Deshalb werde ich es erst einmal selbst ausprobieren. Bis dahin kann ich Ihnen aber zeigen, was enthalten ist und warum es überhaupt mein Interesse geweckt hat.“
Nicht jede Neuigkeit muss sofort mit einem Verkauf enden.
Manchmal beginnt Interesse viel natürlicher mit der Frage, warum wir selbst überhaupt auf etwas aufmerksam geworden sind.
„Arbeite vom Handy und verdiene zusätzlich“
„Möchtest du vom Handy arbeiten und dir in deiner Freizeit ein zusätzliches Einkommen aufbauen?“
„Mein Handy ist tatsächlich ein großer Teil meiner Arbeit. Darüber spreche ich mit Menschen, beantworte Fragen, bereite Inhalte vor und bleibe mit meinen Kunden in Kontakt. Praktisch ist für mich, dass ich einen großen Teil meiner Zeit selbst einteilen kann. Aber das Handy ist nur das Werkzeug. Die Arbeit bleibt trotzdem Arbeit.“
„Arbeit vom Handy“ ist hier kein Köder mehr.
Wir zeigen, was mit diesem Handy tatsächlich gemacht wird.
„Dieses Produkt ist unglaublich!“
„Dieses Produkt ist unglaublich! Eine einzigartige Formel und großartige Ergebnisse. Sie müssen es ausprobieren!“
„Bevor ich es ausprobiert habe, hat mich vor allem die Zusammensetzung interessiert. Später hatte ich dann auch einen eigenen Grund, es weiter zu verwenden. Deshalb erzähle ich, wenn mich jemand danach fragt, lieber konkret, was mir aufgefallen ist, statt einfach nur zu sagen: ‚Es ist großartig.‘“
„Unglaublich“, „einzigartig“ und „großartig“ sind Bewertungen.
Eine konkrete Begründung und echte persönliche Erfahrung sagen meist deutlich mehr.
Persönliche Erfahrung verwenden wir natürlich nur, wenn wir sie tatsächlich haben.
„Letzte Chance!“
„LETZTE CHANCE! Nur noch wenige Stunden! Verpassen Sie diese Gelegenheit nicht!“
„Eine kurze Erinnerung für alle, die mich diese Woche danach gefragt haben: Die Bedingungen gelten noch bis heute Abend. Ich lasse die Information noch einmal hier, weil man sich schnell sagt: ‚Ich schaue später‘ und es dann einfach vergisst.“
Eine Frist bleibt eine Frist.
Wir müssen daraus keinen Alarm machen.
„Du brauchst keine Erfahrung“
„Du brauchst überhaupt keine Erfahrung! Du bekommst alles fertig und kannst sofort starten.“
„Als ich angefangen habe, gab es einige Dinge, die ich überhaupt nicht konnte. Manche habe ich relativ schnell gelernt, für andere brauchte ich mehr Zeit. Deshalb muss fehlende Erfahrung nicht automatisch ein Hindernis sein. Wichtiger ist, dass jemand bereit ist, zu lernen und das Gelernte auch anzuwenden.“
Wir haben „keine Erfahrung nötig“ nicht durch einen anderen Werbesatz ersetzt.
Wir haben erklärt, was es in der Realität bedeutet, ohne Erfahrung anzufangen.
Die Firma gibt uns einen fertigen Text
„🔥 NEU! 🔥 Unser unglaubliches neues Produkt ist da! Bestellen Sie noch heute und nutzen Sie den besonderen Einführungspreis!“
„Heute habe ich gesehen, dass das Produkt, von dem ich schon eine Weile höre, jetzt erhältlich ist. Als Erstes habe ich mir die Zusammensetzung angesehen, weil ich meistens dort entscheide, ob mich etwas überhaupt interessiert. Zwei Dinge sind mir dabei direkt aufgefallen …“
Aus dem fertigen Material haben wir die Information genommen.
Der Beitrag selbst ist danach unserer geworden.
Genau darin liegt der Unterschied zwischen dem Verteilen fertiger Inhalte und dem Erstellen eigener Inhalte.
Finden Sie zuerst den echten Grund für den Beitrag
Bevor Sie versuchen, einen werblichen Text menschlicher zu machen, fragen Sie sich:
Manchmal ist der Anlass eine Frage eines Kunden.
Ein anderes Mal ist es etwas, das Sie neu gelernt haben, eine Meinung, die sich verändert hat, eine persönliche Erfahrung oder eine Beobachtung, die auch für andere Menschen interessant sein könnte.
Wenn ein Beitrag einen solchen Grund hat, braucht er den Verkauf nicht mehr, um überhaupt existieren zu können.
Machen Sie aus einem Werbetext einen normalen Facebook Beitrag
Hier soll die KI nicht einzelne Begriffe gegen vermeintlich bessere Wörter austauschen.
Sie soll zuerst verstehen, welche echte Information überhaupt im Text steckt.
Menschliche Kommunikation entsteht nicht dadurch, dass wir eine Werbevokabel durch eine andere ersetzen.
Sie entsteht, wenn der Beitrag einen echten Gedanken, eine konkrete Information oder einen nachvollziehbaren Anlass hat.
Sondern: „Was möchte ich diesem Menschen eigentlich erzählen?“
