Lernen Sie, Facebook richtig zu nutzen
Facebook kann für ein Empfehlungsbusiness sehr hilfreich sein. Nicht, weil dort unzählige Menschen sind, denen wir etwas anbieten können, sondern weil wir dort für Menschen sichtbar sein können, lange bevor es überhaupt zu einem Gespräch über ein Produkt oder das Business kommt.
Jemand sieht vielleicht einen unserer Beiträge, liest einen Kommentar, den wir unter einem fremden Beitrag geschrieben haben, schaut sich unser Profil an, sieht uns ein paar Tage später wieder und bekommt nach und nach ein Gefühl dafür, wer wir sind, wie wir denken und womit wir uns beschäftigen.
Das ist etwas ganz anderes, als mit nur einem Ziel auf Facebook zu gehen: jemanden zu finden, den wir anschreiben können.
Genau darum geht es in diesem Modul.
Wir beginnen mit dem eigenen Profil
Bevor wir darüber nachdenken, was wir posten, lohnt es sich, das eigene Profil einmal mit den Augen eines Menschen anzusehen, der uns nicht kennt. Erkennt man ungefähr, wer hinter diesem Profil steckt? Sieht man einen echten Menschen? Kann man verstehen, womit wir uns beschäftigen, ohne gleich auf einen Katalog voller Produkte und Werbematerial zu stoßen?
Danach gehen wir Schritt für Schritt an die Inhalte.
Ich werde Ihnen keinen Plan nach dem Muster geben: „Montags posten Sie das, dienstags etwas anderes und mittwochs müssen Sie unbedingt ein Reel machen.“ Damit lässt sich zwar ein Kalender füllen, aber ein eigener Arbeitsstil entsteht so nur schwer.
Wir lernen, Ideen in dem zu finden, was ohnehin um uns herum passiert: ein Gespräch, eine Frage, eine Beobachtung, eine persönliche Erfahrung, ein Foto aus dem Alltag, etwas, das wir gelernt haben, ein Problem, das wir gelöst haben, oder ein Thema, zu dem wir eine eigene Meinung haben.
Dann schauen wir uns an, wie aus einer ersten Idee ein Beitrag wird und wann Text, Foto, Story, Reel oder Video besser dazu passt.
Auch Produkte und Business gehören dazu
Natürlich sprechen wir auch über Produkte und das Business. Nicht, um sie zu verstecken. Wenn das zu unserer Arbeit gehört, darf man das auch auf unserem Profil sehen. Entscheidend ist, wie wir damit umgehen.
Menschen sollen verstehen können, womit wir uns beschäftigen, ohne dass ihnen jeder Beitrag sagt, was sie kaufen oder warum sie bei uns mitmachen sollen.
Wir lernen Facebook kennen, aber leben nicht für den Algorithmus
Wir beschäftigen uns natürlich auch mit Facebook selbst. Es gibt einige Dinge, die man über Sichtbarkeit, Empfehlungen von Inhalten, den professionellen Modus, fertige Materialien des Unternehmens, Einschränkungen und Statistiken wissen sollte.
Aber daraus machen wir keinen Kurs über den Algorithmus.
Facebook verändert sich. Funktionen verändern sich. Auch die Art, wie Inhalte angezeigt und empfohlen werden, verändert sich. Deshalb unterscheiden wir zwischen dem, was Meta offiziell bestätigt, praktischen Beobachtungen und Behauptungen, die immer wieder als allgemeingültige Regeln weitergegeben werden, obwohl es dafür keine sichere Grundlage gibt.
Das bedeutet aber nicht, dass wir alles ignorieren sollten, was Meta nicht ausdrücklich als offizielle Regel veröffentlicht hat.
Manche Dinge werden in der täglichen Praxis immer wieder beobachtet. Ein gutes Beispiel dafür sind externe Links. Facebook verbietet nicht, einen externen Link direkt in einen Beitrag zu setzen. In der Praxis kann sich ein solcher Link aber auf die Sichtbarkeit des Beitrags auswirken.
Deshalb schauen wir uns auch solche Dinge an, nicht als Verbote, sondern als praktische Entscheidungen, bei denen man wissen sollte, welche Auswirkungen sie haben können.
So arbeiten wir weder nach Gerüchten noch mit der Vorstellung, dass es eine einzige Facebook-Formel gibt, die für immer funktioniert.
Wir beobachten, was bei uns tatsächlich passiert.
Eine Reaktion bedeutet noch kein Interesse
Das Gleiche gilt für die Reaktionen anderer Menschen.
Ein Like ist ein Like. Ein Kommentar ist ein Kommentar. Das bedeutet nicht automatisch, dass jemand Interesse an einem Produkt oder am Business hat, und es ist auch kein Grund, sofort eine private Nachricht zu schicken.
Wir lernen, wie ganz normale öffentliche Gespräche entstehen, wie wir neue Kontakte knüpfen und wann es einen natürlichen Anlass gibt, ein Gespräch privat weiterzuführen.
Öffentliche Facebook-Gruppen sind eine Erweiterung des eigenen Profils
Auch öffentliche Facebook-Gruppen spielen bei dieser Art zu arbeiten eine wichtige Rolle.
Unser Profil ist der Ort, an dem Menschen uns kennenlernen können. Gruppen geben uns die Möglichkeit, über den eigenen Kreis hinauszugehen und uns an Gesprächen über Themen zu beteiligen, für die sich andere bereits interessieren.
So gesehen sind öffentliche Gruppen eine natürliche Erweiterung des eigenen Profils. Das Profil zeigt, wer wir sind und wie wir denken. Gruppen geben uns weitere Möglichkeiten, durch normale Beteiligung, hilfreiche Kommentare und eigene Inhalte sichtbar zu werden.
Deshalb gibt es in diesem Modul auch einen eigenen Unterbereich über die Arbeit mit öffentlichen Facebook-Gruppen, von der Beteiligung in fremden Gruppen bis zum Aufbau einer eigenen Gruppe.
AI hilft uns, aber spricht nicht für uns
Wir werden auch AI nutzen. Nicht, damit AI für uns ein Leben veröffentlicht, das wir gar nicht gelebt haben, sondern um Ideen zu sortieren, Texte zu überarbeiten, andere Blickwinkel zu finden, Inhalte zu prüfen und Zeit zu sparen.
Am Ende dieses Moduls geht es nicht darum, alles über Facebook zu wissen.
Ich möchte, dass Sie Ihr Profil öffnen und wissen, was Sie dort tun.
Sie sollen selbst eine Idee finden, daraus einen Inhalt machen und etwas veröffentlichen können, ohne sich von unzähligen widersprüchlichen Tipps verunsichern zu lassen. Sie sollen ganz normal mit Menschen kommunizieren und später auf Ihre eigenen Ergebnisse schauen können, um selbst zu entscheiden, was Sie weiterführen möchten.
Und vor allem sollen Sie eine Art zu arbeiten finden, die Sie auch langfristig beibehalten können, ohne rund um die Uhr auf Facebook zu sein.
Sehen Sie Ihr Profil mit den Augen eines Fremden
Öffnen Sie Ihr eigenes Facebook-Profil.
Ändern Sie vorerst noch nichts.
Schauen Sie sich Ihr Profilbild, Ihr Titelbild, die Informationen über Sie und ungefähr die letzten zehn Beiträge so an, als würden Sie dieses Profil zum ersten Mal sehen.
Schreiben Sie auf, was Sie über diesen Menschen denken würden. Womit beschäftigt er sich? Worüber spricht er am häufigsten? Erkennt man eine klare Richtung? Was schafft Vertrauen? Gibt es etwas, das Sie irritiert oder nicht verstehen?
Es gibt dabei keine richtigen oder falschen Antworten.
Bewahren Sie diese Notizen auf. Etwas später kommen wir darauf zurück.
