Passende Inhalte erreichen die passenden Menschen
Eine große Zahl unter einem Beitrag sieht gut aus. Für unsere Arbeit ist aber noch eine andere Frage wichtig: Welche Menschen haben wir damit eigentlich erreicht?
Nicht jeder Inhalt muss für jeden interessant sein. Entscheidend ist, ob das Thema bei den Menschen ankommt, für die es tatsächlich Bedeutung hat.
Viele Menschen sehen den Inhalt.
Weniger Menschen, aber echtes Interesse entsteht.
Wenn ein Beitrag viele Menschen erreicht, freuen wir uns natürlich. Wir sehen eine große Zahl und denken zuerst: Das hat richtig gut funktioniert.
Wenn wir Facebook aber auch für unsere Arbeit nutzen, lohnt sich noch ein zweiter Blick.
Zwei Beiträge können völlig unterschiedliche Arbeit leisten
Stellen Sie sich vor, Sie veröffentlichen ein lustiges Video. Es bekommt 15 000 Aufrufe. Menschen lachen, reagieren mit Emojis und teilen es.
Am nächsten Tag erzählen Sie etwas aus Ihrer Arbeit. Dieser Beitrag erreicht 1 200 Menschen.
Darunter entstehen aber einige echte Gespräche. Jemand besucht Ihr Profil. Eine andere Person folgt Ihnen. Eine dritte schreibt Ihnen privat, weil das Thema sie interessiert.
Viele Reaktionen, viele Emojis, viel Sichtbarkeit.
Gespräche, Profilbesuche, neue Follower und persönliche Nachrichten.
Wenn wir nur auf die Zahl schauen, gewinnt der erste Beitrag mit großem Abstand.
Für unsere Arbeit kann der zweite trotzdem wesentlich wertvoller sein.
Derselbe Beitrag ist nicht für jeden Menschen gleich interessant
Wir erleben das selbst jeden Tag, wenn wir Facebook öffnen.
Wir scrollen an vielen Beiträgen vorbei. Nicht unbedingt, weil mit ihnen etwas nicht stimmt. Sie interessieren uns in diesem Moment einfach nicht.
Und dann erscheint etwas, das fast so wirkt, als wäre es genau für unsere aktuelle Situation geschrieben. Dort bleiben wir stehen.
Eine Frau wacht seit einiger Zeit morgens müde auf, obwohl sie eigentlich genug geschlafen hat.
Für einen Menschen, der diese Situation nicht kennt, ist das vielleicht kein Thema. Für jemand anderen kann genau dieser Beitrag plötzlich sehr nah am eigenen Leben sein.
Ein Mensch ist mit seiner beruflichen Situation zufrieden und sucht nichts Neues. Ein anderer denkt seit Monaten darüber nach, eine zusätzliche Einkommensquelle aufzubauen, ohne seinen aktuellen Beruf aufzugeben.
Dasselbe Thema wirkt auf diese beiden Menschen völlig unterschiedlich.
Deshalb müssen wir nicht versuchen, jeden Beitrag für alle Freunde und alle Follower interessant zu machen.
Für unsere Arbeit ist es hilfreicher, wenn Inhalte nach und nach genau die Menschen finden, für die das jeweilige Thema wirklich Bedeutung hat.
Wenn wir mit allen sprechen möchten, sagen wir oft kaum noch etwas Konkretes
Das passiert schnell. Wir möchten, dass möglichst viele Menschen sich angesprochen fühlen. Also entfernen wir nach und nach alles, was zu konkret ist.
„Jeder verdient es, sich gut zu fühlen.“
„Wenn du etwas in deinem Leben verändern möchtest, musst du den ersten Schritt machen.“
Viele Menschen werden diesen Sätzen wahrscheinlich zustimmen. Aber Zustimmung ist noch kein echtes Interesse.
Ganz anders ist es, wenn wir eine Situation beschreiben, die Menschen tatsächlich aus ihrem Alltag kennen.
Der Moment am Nachmittag, an dem jemand noch auf den Bildschirm schaut, aber der Kopf kaum noch mitarbeitet und das inzwischen fast für normal hält.
Jemand möchte seinen Beruf nicht verlassen, merkt aber, dass nur eine Einkommensquelle und nur eine berufliche Richtung nicht mehr dieselbe Sicherheit geben wie früher.
Wie erkennt Facebook, für welche Menschen ein Inhalt interessant sein könnte?
In den vorherigen Lektionen haben wir über Informationen gesprochen, die Facebook aus dem Inhalt und aus dem Verhalten der Menschen erhält.
Jetzt können wir beides miteinander verbinden.
Einige scrollen weiter. Andere bleiben stehen, lesen, schauen Ihre Videos, kommen zu späteren Beiträgen zurück oder beginnen ein Gespräch.
Mit der Zeit entstehen dadurch mehr Informationen darüber, welche Menschen sich für ähnliche Inhalte interessieren.
Wir müssen nicht wissen, wie Facebook jeden einzelnen dieser Hinweise technisch bewertet.
Für uns ist etwas anderes entscheidend: Je klarer unser Thema ist und je natürlicher die passenden Menschen darauf reagieren, desto mehr Informationen entstehen darüber, wer sich für solche Inhalte interessiert.
Wenn ein Beitrag für einen Teil Ihrer Freunde nicht interessant ist, bedeutet das nicht automatisch, dass er schlecht war.
Vielleicht war er einfach nicht für diese Menschen gedacht.Eine große Zahl kann uns manchmal in die falsche Richtung führen
Manche Inhalte erreichen von Natur aus eine sehr breite Gruppe.
Humor ist ein gutes Beispiel. Dasselbe kann bei einem schönen Bild, einer interessanten Geschichte oder einem Thema passieren, das gerade sehr viele Menschen beschäftigt.
Solche Inhalte gehören selbstverständlich auf ein persönliches Profil. Nicht jeder Beitrag muss beruflich etwas auslösen.
Wenn wir aber wissen möchten, ob wir auch potenzielle Kunden oder zukünftige Partner erreichen, reicht die reine Reichweite als Antwort nicht aus.
Manchmal öffnet ein Beitrag mit relativ kleiner Reichweite zwei großartige Gespräche.
Ein anderer erreicht zehnmal so viele Menschen und löst kein einziges Gespräch aus.
Deshalb muss nicht einer gut und der andere schlecht gewesen sein. Sie haben einfach unterschiedliche Aufgaben erfüllt.
Lustiges Video, 400 Reaktionen und viele kurze Kommentare.
Sehr gute Reichweite, aber kaum Gespräche zu Ihren beruflichen Themen.Persönliche Geschichte, 28 Kommentare, Fragen, neue Follower und private Gespräche.
Weniger Menschen, aber darunter genau Menschen, mit denen Sie gern weiterreden möchten.Wer sind eigentlich die „passenden Menschen“?
Hier landen wir schnell bei der klassischen Beschreibung einer Zielgruppe:
Solche Informationen können nützlich sein. Für gute Inhalte reichen sie aber oft nicht aus.
Zwei 45 Jahre alte Frauen können äußerlich in dieselbe Zielgruppe passen und trotzdem völlig unterschiedliche Interessen haben.
Eine ist mit ihrem Beruf zufrieden, möchte kein zusätzliches Business und interessiert sich kaum für Gesundheitsthemen.
Eine andere sucht vielleicht seit Monaten genau nach diesen Dingen.
In welcher Situation befindet sich dieser Mensch gerade?
Aus echten Gesprächen entstehen oft wesentlich bessere Themen als aus einer erfundenen Vorstellung vom perfekten Kunden.
Und noch etwas passiert: Wenn wir Situationen und Wörter verwenden, die Menschen wirklich aus ihrem Alltag kennen, klingt unser Text automatisch natürlicher.
Ein zukünftiger Kunde und ein zukünftiger Partner reagieren oft auf unterschiedliche Inhalte
Das ist für unsere Arbeit besonders wichtig, weil wir häufig mit mehr als einer Gruppe von Menschen sprechen.
Wobei bleibt dieser Mensch vielleicht stehen?
Bei einer persönlichen Erfahrung, einer Frage rund um Gesundheit, einer Gewohnheit aus dem Alltag oder einer Geschichte, in der er die eigene Situation erkennt.
Was könnte diesen Menschen interessieren?
Ihre Art zu arbeiten, die Werkzeuge, die Sie nutzen, Ihr Umgang mit Kunden oder die Art, wie Sie Ihr Business aufbauen.
Wir müssen beides nicht in denselben Beitrag packen.
Wenn Sie eine Geschichte über ein Produkt oder eine persönliche Erfahrung erzählen, lassen Sie diese Geschichte genau das sein.
Der letzte Absatz muss nicht plötzlich lauten: „Und wenn du damit auch Geld verdienen möchtest...“
Dasselbe gilt andersherum. Wenn Sie über Ihre Arbeitsweise, über den Aufbau eines Teams oder über ein Werkzeug sprechen, müssen Sie nicht noch ein Produkt hinzufügen, nur damit auch ein Kunde etwas davon hat.
Innerhalb einer Woche oder eines Monats dürfen verschiedene Themen ganz unterschiedliche Menschen auf Ihr Profil bringen.
Manchmal hilft es zu wissen, wem Sie die Geschichte erzählen
Wenn ein Beitrag immer allgemeiner wird, hilft manchmal ein sehr einfacher Gedanke.
Denken Sie an einen echten Menschen, mit dem Sie bereits über dieses Thema gesprochen haben.
Der Beitrag muss nicht persönlich für genau diesen Menschen geschrieben sein.
Er hilft Ihnen nur dabei, nicht mit einer anonymen Masse aus „potenziellen Kunden“ zu sprechen.
Wenn Sie diesem Menschen bei einem Kaffee niemals sagen würden: „Jeder verdient finanzielle Freiheit und ein Leben nach seinen eigenen Regeln“, gibt es wahrscheinlich auch keinen Grund, genau so auf Facebook zu schreiben.
Schreiben Sie eher so, wie Sie mit diesem Menschen wirklich sprechen würden.Wie wir von jetzt an auf Reichweite schauen
Reichweite bleibt eine wichtige Information. Natürlich ist es gut, wenn unsere Inhalte gesehen werden.
Wir ergänzen nur eine zweite Perspektive.
Die klassische Reichweite.
Reaktionen, Gespräche, Profilbesuche und neue Kontakte.
Wenn ein Beitrag gute Zahlen hat, schauen Sie also nicht nur, wie viele Menschen ihn gesehen haben.
Schauen Sie auch darauf, was rund um diesen Beitrag passiert ist.
Und wenn ein anderer Beitrag eine kleinere Reichweite hat, gehen Sie nicht automatisch davon aus, Facebook hätte ihn „bestraft“.
Sehen Sie sich die Menschen an, die tatsächlich stehen geblieben sind, und die Gespräche, die daraus entstanden sind.
Schauen Sie nicht nur auf die Zahl
Sind es nur die üblichen Bekannten oder sehen Sie auch Menschen, die bisher kaum mit Ihren Inhalten interagiert haben?
Gibt es echte Gespräche, Fragen oder persönliche Erfahrungen, die Menschen teilen?
Gab es neue Follower, Profilbesuche oder persönliche Gespräche über das Thema?
Wer Facebook nur zur Unterhaltung nutzt, findet 20 000 Aufrufe wahrscheinlich spannender als 1 000.
Wer mit Facebook auch sein Business aufbaut, kann unter diesen 1 000 Menschen genau diejenigen finden, mit denen ein echtes Gespräch entstehen kann.
Mehr Reichweite ist schön. Aber sie ist nicht das einzige Zeichen dafür, dass ein Beitrag etwas bewirkt.Als Nächstes schauen wir uns an, was passiert, nachdem ein Beitrag Menschen bereits erreicht hat. Lesen, Anschauen, Kommentieren, Teilen oder einfach weiterscrollen geben Facebook weitere Informationen über das Interesse an einem Inhalt.
